Seiko Gold Feather – Japans Antwort auf die ultraflache Dresswatch

Seiko Gold Feather – Japans Antwort auf die ultraflache Dresswatch


Wöchentliche Uhrenvorstellung:

Jede Woche stelle ich an dieser Stelle eine besondere Uhr vor – ein Modell, das entweder aktuell in meinem Shop verfügbar ist oder dort bereits einmal angeboten wurde und aufgrund seiner Geschichte, Technik oder Gestaltung einen genaueren Blick verdient. Ziel ist es, die oft übersehene Vielfalt und die außergewöhnliche Qualität japanischer Vintage-Uhren sichtbar zu machen.

Seiko Gold Feather – Japans Antwort auf die ultraflache Dresswatch

Wenn man über die großen klassischen Dresswatches Japans spricht, fällt der Name Seiko Gold Feather fast immer als Erstes. Sie gilt bis heute als eine der elegantesten und technisch ambitioniertesten Uhren, die Seiko in den frühen 60er-Jahren gebaut hat – und als ein Meilenstein auf dem Weg zu den flachsten Kalibern der Marke.

Ein Werk, das Geschichte schrieb

Die Gold Feather erschien 1960, im selben Jahr wie die erste Grand Seiko. Ihr Herzstück ist das bemerkenswert dünne Kaliber 60M, ein Handaufzugswerk mit damals beeindruckenden knapp 3 mm Höhe. Die Konstruktion war für Seiko ein Prestigeprojekt: Reduktion auf das technisch Notwendige, präzise gearbeitete Räder, Diashock-Stoßsicherung und 21 Lagersteine. Das 60M wurde in Japan lange als Referenz für ultraflache Alltagswerke angesehen.

Das Design – minimalistisch, streng, funktional

Die Gold Feather verkörpert die klassische japanische Dresswatch-Ästhetik jener Ära:

·         Rechteckiges, fein poliertes Edelstahlgehäuse

·         Extrem flache Bauweise

·         Schlichtes Zifferblatt mit applizierten Indizes

·         Harmonisch proportionierte Dauphine-Zeiger

·         „DIASHOCK 21 JEWELS“-Signatur als technischer Hinweis

Das Design ist klar, modern und von einer Nüchternheit geprägt, die sich bewusst von den oft barockeren Schweizer Modellen der Zeit absetzt.

Die besondere rechteckige Variante

Das hier gezeigte Modell stammt aus der selteneren Reihe der rechteckigen Gold Feather-Ausführungen, die nach 1963 in geringerer Stückzahl hergestellt wurden. Sie übertragen die ultraflache Konstruktion des 60M in ein geometrisches Gehäuse, das an klassische „Tank“-Formen erinnert.

Viele Exemplare tragen eine geprägte Rückseite mit Feder-Motiv und der Gravur “Seiko Goldfeather 605010” – eine direkte Hommage an das zentrale Konzept: so leicht und dünn wie eine Feder.

Ein unterschätzter Meilenstein

Obwohl die frühen Grand Seiko-Modelle den historischen Diskurs dominieren, ist die Gold Feather eines der wichtigsten Experimente Seikos im Segment der ultraflachen Werke. Ohne die Erfahrungen aus dem Kaliber 60M wären spätere Präzisionskaliber – ob in Grand Seiko oder King Seiko – kaum denkbar gewesen.

Die rechteckigen Modelle genießen unter Sammlern heute besonderen Status:
Sie sind selten, hervorragend verarbeitet und verbinden die typische Seiko-Schlankheit mit einem markanten, fast architektonisch wirkenden Design

Fazit

Die Seiko Gold Feather ist weit mehr als eine elegante Dresswatch. Sie ist ein Stück japanischer Technikgeschichte – ein Symbol für die enorme Entwicklungsdynamik, mit der Seiko in den 60er-Jahren an die Weltspitze der Uhrenindustrie aufschloss. Wer sich für die Ursprünge feiner japanischer Uhrmacherei interessiert, findet hier eines der prägenden Kapitel.

Link zur Uhr im Shop: https://japanese-microbrands.com/products/seiko-goldfeather-diashock-25-jewels-ref-605010-ss-august-1964?_pos=1&_psq=Goldf&_ss=e&_v=1.0

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