Chateau Calendar – Takano – 19 Jewels – Handaufzug – Februar/März 1962 – Japan, frisch revidiert
Chateau Calendar – Takano – 19 Jewels – Handaufzug – Februar/März 1962 – Japan, frisch revidiert
Eine japanische Dresswatch aus einem bemerkenswert kurzen historischen Zeitfenster: Die Chateau Calendar war Takanos letzte Neuentwicklung – und wurde in ihrer ursprünglichen Form weniger als zwei Monate produziert.
Diese Chateau Calendar mit 19 Lagersteinen stammt aus einer der interessantesten, heute aber außerhalb Japans noch wenig bekannten Episoden der japanischen Uhrengeschichte.
Hinter dem Namen „Chateau" steht Takano Seimitsu Kogyo, jener ambitionierte japanische Uhrenhersteller, dessen eigenständige Armbanduhrenproduktion nur wenige Jahre dauerte, bevor das Unternehmen 1962 von Riken Optical – dem späteren Ricoh – übernommen wurde.
Die Chateau Calendar war dabei nicht irgendein Modell am Ende dieser Geschichte. Sie wurde im Februar 1962 als letzte neue Modellreihe unter dem ursprünglichen Takano-Namen vorgestellt und war zugleich die erste Chateau mit Datumsanzeige. Bereits zum 1. April 1962 ging die Unternehmensführung auf Riken Optical über.
Damit gehört die Chateau Calendar zu einem außergewöhnlich kleinen Produktionsfenster der japanischen Uhrengeschichte.
Takano – der fast vergessene dritte Weg neben Seiko und Citizen
Takano Seimitsu Kogyo begann Ende der 1950er-Jahre mit der Fertigung eigener Armbanduhren.
Das Unternehmen war technisch ausgesprochen ambitioniert. Die ab 1959 angebotenen Chateau-Modelle verwendeten eigene flache Handaufzugswerke und wurden seinerzeit mit einer Werkhöhe von nur etwa 3,5 mm als besonders flache japanische Uhren positioniert. Die Werke wurden je nach Ausführung mit 19, 21 oder 23 Lagersteinen angeboten.
Zur Modellfamilie gehörten unter anderem:
Chateau
Chateau Deluxe
Chateau Nouvel
Chateau Frontier
Chateau Calendar
Takanos Geschichte als eigenständiger Uhrenhersteller blieb jedoch außerordentlich kurz. Wirtschaftliche Schwierigkeiten – verstärkt durch die Folgen des verheerenden Ise-Bay-Taifuns von 1959 – führten schließlich zur Übernahme durch die von Riken Optical geführte Unternehmensgruppe.
Aus Takano entwickelte sich später die Uhrenproduktion von Ricoh.
Gerade deshalb sind originale Takano-Uhren heute ein faszinierendes Bindeglied zwischen der kleinen japanischen Manufakturwelt der Nachkriegszeit und der späteren industriellen Uhrenproduktion.
Die Chateau Calendar – Takanos letztes Modell
Bis 1961 waren die Chateau-Uhren reine Drei-Zeiger-Modelle ohne Kalenderkomplikation.
Erst im Februar 1962 führte Takano drei neue Calendar-Kaliber ein:
Kaliber 524 – 19 Jewels
Kaliber 534 – 21 Jewels
Kaliber 544 – 23 Jewels.
Die vorliegende Uhr mit 19 JEWELS gehört damit zur 19-steinigen Ausführung dieser letzten Takano-Kalendergeneration; für diese Variante ist das Kaliber 524 dokumentiert.
Technisch interessant ist, dass Takano die Datumsanzeige nicht einfach auf ein vorhandenes Werk aufsetzte. Für die Calendar-Ausführung wurde die Konstruktion angepasst und die Werkplatine vergrößert, um den Datumsmechanismus unterzubringen.
Nur wenige Wochen nach Einführung der Chateau Calendar endete jedoch die ursprüngliche Takano-Ära.
Die offizielle Takano-Unternehmensgeschichte bezeichnet die Chateau Calendar ausdrücklich als das letzte Modell, das unter dem damaligen TAKANO-Markennamen eingeführt wurde.
Das ist der zentrale Sammlerreiz dieser Uhr.
Ein Modell aus einem Produktionsfenster von weniger als zwei Monaten
Die Chronologie ist ungewöhnlich präzise:
Februar 1962: Einführung der Chateau Calendar.
1. April 1962: Übergang der Unternehmensführung von Takano Seimitsu Kogyo auf Riken Optical.
Die ursprüngliche Chateau Calendar existierte damit als neues Takano-Modell nur während eines sehr kurzen Zeitraums.
Später wurden Chateau-Bezeichnungen und technische Elemente teilweise unter der neuen Unternehmensstruktur weitergeführt, weshalb bei einzelnen erhaltenen Uhren die genaue Abgrenzung zwischen letzter Takano- und früher Ricoh-Produktion schwierig sein kann.
Die Chateau Calendar bleibt aber gerade wegen dieses Übergangs eine der historisch interessantesten Chateau-Varianten.
Gestaltung – japanische Eleganz der frühen 1960er-Jahre
Äußerlich ist von dieser bewegten Unternehmensgeschichte wenig zu sehen.
Die Uhr ist eine ausgesprochen klassische frühe 1960er-Jahre-Dresswatch.
Das silberfarbene Zifferblatt besitzt einen feinen Sonnenschliff. Große applizierte goldfarbene Stabindizes gliedern die Fläche, bei 12 Uhr sitzt ein breiter Doppelindex.
Dazu kommen schlanke goldfarbene Zeiger und eine feine zentrale Sekunde.
Unterhalb der 12 steht in geschwungener Schrift:
Chateau Calendar
Bei 6 Uhr:
19 JEWELS
WATERPROOF
Das Datum sitzt klassisch bei 3 Uhr.
Die gesamte Gestaltung ist wesentlich zurückhaltender als bei vielen japanischen Uhren der späteren 1960er- und 1970er-Jahre. Gerade deshalb wirkt die Chateau heute erstaunlich zeitlos.
Gehäuse
Das goldfarbene Gehäuse besitzt lange, schmale Bandanstöße und eine sehr klassische runde Grundform.
Der Edelstahlboden trägt die umlaufende Kennzeichnung:
STAINLESS STEEL BACK
CHATEAU CALENDAR
WATER PROOF
sowie die Gehäusenummer 54111 bzw. 541111 – die letzte Stelle ist auf den vorliegenden Fotos nicht völlig zweifelsfrei ablesbar.
Die Kombination aus goldfarbenem Gehäuse und Edelstahlboden war für japanische Dresswatches dieser Zeit typisch.
Das heute montierte braune Lederband harmoniert sehr gut mit Gehäuse und Zifferblatt.
Werk
Im Inneren arbeitet ein mechanisches Handaufzugswerk mit 19 Lagersteinen.
Für die 19-Jewel-Version der 1962 vorgestellten Chateau Calendar ist das Takano Kaliber 524 dokumentiert.
Die Uhr wird klassisch über die Krone aufgezogen.
Neben Stunde, Minute und Zentralsekunde besitzt sie eine Datumsanzeige bei 3 Uhr – gerade diese Kalenderfunktion war innerhalb der Chateau-Reihe 1962 die entscheidende Neuerung.
Zustand
Die Uhr befindet sich in authentischem Vintage-Zustand.
Das silberfarbene Zifferblatt ist für sein Alter attraktiv erhalten und zeigt lediglich altersentsprechende Spuren.
Das goldfarbene Gehäuse weist sichtbaren Abrieb der Beschichtung und kleinere Gebrauchsspuren auf. Gerade an Bandanstößen und Gehäusekanten ist die jahrzehntelange Nutzung erkennbar.
Der Edelstahlboden zeigt ebenfalls typische Kratzer.
Das braune Lederband ist ein späterer Ersatz.
Der tatsächliche Zustand ist auf den Produktfotos unretuschiert dargestellt.
Die Uhr ist frisch im Juli 2026 in Japan komplett revidiert worden.
Warum die Chateau Calendar heute sammlerisch interessant ist
Der Reiz dieser Uhr liegt nicht allein in ihrer Ästhetik.
Sie vereint mehrere Eigenschaften, die für Sammler früher japanischer Uhren interessant sind:
eine eigenständige japanische Marke mit extrem kurzer Geschichte,
ein von Takano entwickeltes mechanisches Werk,
die erste Datumsanzeige innerhalb der Chateau-Familie,
die Stellung als letzte Modellneuheit der ursprünglichen Takano-Ära
und ein Produktionszeitfenster von nur wenigen Wochen vor der Übernahme durch Riken Optical.
Takano ist damit eines jener Sammelgebiete, bei denen die historische Bedeutung wesentlich größer ist als die heutige Markenbekanntheit.
Das Interesse daran hat zuletzt zusätzlich zugenommen: Die historische Marke TAKANO wurde 2024 unter Leitung des japanischen Uhrmachers Hajime Asaoka wiederbelebt – ausdrücklich unter Bezugnahme auf diese kurze, aber technisch interessante Unternehmensgeschichte. Die ursprünglichen Chateau-Modelle bilden damit heute den historischen Ausgangspunkt einer wieder aktiven japanischen Uhrenmarke.
Die Chateau Calendar gehört innerhalb dieser Geschichte zu den interessantesten Modellen.
Technische Daten
Marke: Chateau / Takano
Modell: Chateau Calendar
Hersteller: Takano Seimitsu Kogyo
Produktionszeit: Februar/März 1962 bzw. unmittelbare Übergangsphase 1962
Werk: mechanischer Handaufzug
Kaliber: wahrscheinlich Takano 524
Steine: 19 Jewels
Funktionen: Stunde, Minute, Zentralsekunde, Datum
Gehäuse: goldfarben / vergoldet
Gehäuseboden: Edelstahl
Bodenkennzeichnung: Chateau Calendar · Water Proof · Stainless Steel Back
Gehäusenummer: 54111/541111
Durchmesser: ca. 37,5 mm ohne Krone
Lug-to-Lug: ca. 45 mm
Höhe: ca. 9,6 mm
Bandanstoß: ca. 18 mm
Gewicht inkl. Band: ca. 47 g
Zifferblatt: Silber mit Sonnenschliff
Band: braunes Lederband
Herkunft: Japan
Gewährleistung (gebraucht)
Es handelt sich um einen gebrauchten Artikel. Die Verjährungsfrist für Mängelansprüche im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistung beträgt 12 Monate ab Lieferung.
Hinweis zur Wasserdichtigkeit
Die Aufschrift „WATERPROOF" ist eine historische Herstellerkennzeichnung und beschreibt die ursprüngliche Ausführung im Neuzustand.
Aufgrund des Alters der Uhr wird keine aktuelle Wasserdichtigkeit zugesichert.
Um das historische Uhrwerk zu schützen, sollte die Uhr nicht mit Wasser oder Feuchtigkeit in Berührung kommen.
Gesetzliche Gewährleistung:
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