Citizen Club La Mer „Noli Metuere" – Ref. 6630-664400 – Gehäuse aus Sterlingsilber 925 – Handaufzug – Dezember 1992 - frisch revidiert
Citizen Club La Mer „Noli Metuere" – Ref. 6630-664400 – Gehäuse aus Sterlingsilber 925 – Handaufzug – Dezember 1992 - frisch revidiert
Es gibt Uhren, die ihre Geschichte auf dem Zifferblatt tragen, und Uhren, die sie auf dem Gehäuseboden verstecken. Diese hier macht beides. Vorne steht in kleiner Schrift „Urban Traditional – For Exciting Professionals", hinten, in geschwungener Schreibschrift eingraviert: Noli Metuere. Lateinisch für „Fürchte dich nicht".
Dass eine japanische Armbanduhr aus dem Jahr 1992 ein lateinisches Motto auf dem Rücken trägt, in einem Gehäuse aus massivem Sterlingsilber steckt und von einem Handaufzugswerk angetrieben wird – in einer Zeit, in der praktisch die gesamte Branche auf Quarz setzte –, sagt einiges über die Absicht hinter dieser Modellreihe aus.
Club La Mer – Citizens stille Gegenbewegung
Club La Mer war innerhalb des Citizen-Konzerns nie die Prestigelinie und sollte es auch nicht sein. Die Reihe entstand in den 1980er-Jahren als bewusst schlichte, klassisch gezeichnete Kollektion für ein städtisches, berufstätiges Publikum – der Claim „Urban Traditional" ist wörtlich zu nehmen. Während Citizen mit Eco-Drive, Funkempfang und Titan an der technischen Spitze arbeitete, hielt Club La Mer an runden Gehäusen, gedruckten Ziffern und, bei einem Teil der Modelle, am Handaufzug fest.
Genau darin liegt heute der Reiz. Die Linie ist ein japanisches Gegenstück zu dem, was in Europa erst Jahre später als bewusste Rückbesinnung auf das Mechanische vermarktet wurde. Citizen hat diesen Gedanken später selbst wieder aufgegriffen und Club La Mer nach einer längeren Pause neu aufgelegt – die frühen Exemplare aus den 1980er- und 1990er-Jahren blieben davon unberührt und sind außerhalb Japans nur vereinzelt anzutreffen.
Das Gehäuse: Sterlingsilber 925
Das Gehäuse besteht aus massivem Sterlingsilber, gestempelt „SV 925" auf dem Boden und zusätzlich auf dem Zifferblatt mit „CITIZEN STERLING SILVER 925" ausgewiesen. Der Boden selbst ist aus Edelstahl ausgeführt – eine konstruktiv sinnvolle Lösung, weil Silber weich ist und ein Schraubboden aus Stahl die Dichtflächen dauerhaft besser hält.
Silber verhält sich anders als Stahl. Es ist wärmer im Ton, trägt sich weicher, und es entwickelt mit der Zeit eine Patina, die sich in den Kanten und Übergängen sammelt. Bei diesem Exemplar ist genau das zu sehen: An den langen, kantigen Bandanstößen hat sich das Material dunkler abgesetzt und zeichnet die Form nach. Wer das nicht mag, bringt es mit einem Silberputztuch in wenigen Minuten zurück auf Hochglanz. Wer es mag, lässt es.
Die Bandanstöße sind das gestalterisch stärkste Element der Uhr: kurz, kräftig, deutlich abgesetzt vom runden Gehäusekörper, fast wie angesetzte Halterungen. Sie geben der mit 32 mm zurückhaltend dimensionierten Uhr eine Präsenz, die der reine Durchmesser nicht vermuten ließe, und bringen sie auf eine Bauform von 38,4 mm Horn zu Horn.
Das Werk: Kaliber 6630, Handaufzug
Angetrieben wird die Uhr vom Citizen-Kaliber 6630, einem Handaufzugswerk mit Zentralsekunde ohne Datum. Keine Komplikationen, keine Schnellverstellung, kein Rotor – nur die Grundfunktion, sauber ausgeführt.
Praktisch heißt das: Die Uhr will einmal am Tag aufgezogen werden. Die Krone ist griffig gerändelt und lässt sich ohne Abnehmen der Uhr bedienen. Wer schon einmal eine Handaufzugsuhr getragen hat, kennt den Effekt – es ist eine kleine tägliche Handlung, die eine Uhr auf eine Weise zur eigenen macht, wie es eine Automatik nicht tut.
Die Uhr wurde im Frühjahr/Sommer 2026 in Japan von einem Uhrmacher fachgerecht revidiert: vollständig zerlegt, gereinigt, geölt und reguliert. Sie läuft zuverlässig.
Zifferblatt und Gesamteindruck
Das Zifferblatt ist in einem hellen, fein gekörnten Silberton gehalten, der das Licht streut statt es zu spiegeln – dadurch bleibt es in jeder Beleuchtung gut ablesbar. Die arabischen Ziffern sind in einer schlanken, leicht altertümlich anmutenden Schrift aufgedruckt, umlaufend ergänzt durch eine feine Minuterie mit Eisenbahn-Anmutung. Zeiger und Beschriftung sind schwarz, ohne Leuchtmasse.
Die gesamte Gestaltung ist bewusst grafisch und unaufgeregt: keine applizierten Indizes, kein Sonnenschliff, keine Datumsöffnung. Es ist ein Zifferblatt, das nach einer Taschenuhr aussieht und an einem Handgelenk sitzt.
Datierung
Die Gehäusenummer 2120024 erlaubt die Datierung nach dem Citizen-Schema: Die erste Ziffer bezeichnet die Endziffer des Produktionsjahres, die beiden folgenden den Monat. „2 – 12" ergibt Dezember eines Jahres mit der Endziffer 2; da die Club-La-Mer-Reihe in den 1980er-Jahren eingeführt wurde, ist Dezember 1992 die einzige mögliche Zuordnung. Die sehr niedrige Laufnummer spricht für eine kleine Produktionscharge.
Zustand
Gehäuse und Bandanstöße zeigen die für Silber typische Patina sowie leichte Tragespuren; der Gehäuseboden weist die üblichen feinen Kratzer vom Öffnen und Tragen auf. Das Glas hat vereinzelte feine Kratzer, die die Ablesbarkeit nicht beeinträchtigen. Das Zifferblatt ist sauber, ohne Flecken oder Verfärbungen, die Beschriftung vollständig und scharf. Technisch einwandfrei nach Revision.
Montiert ist ein blaues Veloursleder-Armband, das den warmen Silberton gut aufnimmt.
Technische Daten
- Marke / Linie: Citizen, Club La Mer
- Referenz: 6630-664400 Y
- Gehäusenummer: 2120024
- Produktionsdatum: Dezember 1992
- Werk: Citizen Kaliber 6630, Handaufzug, Zentralsekunde
- Gehäuse: Sterlingsilber 925 (gestempelt SV 925), Boden Edelstahl
- Bodenmarkierungen: „Noli Metuere", CITIZEN WATER RESISTANT, 6630-664400 Y, SV 925, ST. STEEL BACK, GN-4-S JAPAN
- Durchmesser (ohne Krone): 32 mm
- Gewicht (inkl. Band): 42 g
- Höhe: 9 mm
- Lug-to-Lug: 38,4 mm
- Bandanstoßbreite: 18 mm
- Band: blaues Veloursleder-Armband
- Glas: Mineralglas
- Revision: Frühjahr/Sommer 2026, Japan – vollständige Zerlegung, Reinigung, Ölung, Regulierung
Für wen
Für alle, die eine kleine, ruhige Uhr mit echtem Material und einer eigenen Geschichte suchen – und für Sammler japanischer Uhren, die über Seiko und die großen Citizen-Linien hinausschauen. Das Silbergehäuse und der Handaufzug machen sie zu einer der eigenwilligeren Citizen-Ausführungen der frühen 1990er-Jahre. Durch die zurückhaltenden 32 mm ist sie auch für schmalere Handgelenke und als Uhr zum Anzug oder Hemd gut geeignet.
Gewährleistung (gebraucht)
Es handelt sich um einen gebrauchten Artikel. Die Verjährungsfrist für Mängelansprüche (gesetzliche Gewährleistung) beträgt 12 Monate ab Lieferung.
Hinweis
Da es sich um eine Vintage-Uhr handelt, kann keine Wasserdichtigkeit zugesichert werden. Um das Uhrwerk zu schützen, sollte die Uhr nicht mit Wasser oder Feuchtigkeit in Berührung kommen.
Gesetzliche Gewährleistung:
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