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Citizen Homer Date „Parawater" – Ref. 63-1019 – Homer-Werk, 17 Steine, Handaufzug – Edelstahl – März 1969 – frisch revidiert

Citizen Homer Date „Parawater" – Ref. 63-1019 – Homer-Werk, 17 Steine, Handaufzug – Edelstahl – März 1969 – frisch revidiert

Auf dem Zifferblatt steht ein Wort, das es heute nicht mehr gibt: Parawater.

Citizen prägte es 1959 für die erste vollständig wasser- und staubdichte Armbanduhr aus japanischer Fertigung – „para" für Schutz, „water" für das, wovor geschützt wurde. Wie wichtig dem Unternehmen diese Neuerung war, zeigt die ursprüngliche Gestaltung: Bei der ersten Parawater stand der Name dort auf dem Zifferblatt, wo sonst das Markenlogo sitzt.

Was dahinter steckte

Die Konstruktion beruhte auf O-Ringen aus einem eigens entwickelten Nitrilkautschuk – ein großer Dichtring am Gehäuseboden, dazu eine vollständig überarbeitete Krone mit eigener Dichtung. Das Ergebnis war für 50 Meter ausgelegt. Verkauft wurde die Uhr für ¥6.000, zu einer Zeit, als das Einstiegsgehalt eines japanischen Schulabgängers bei etwa ¥12.500 im Monat lag.

Citizen hatte damit eine Technik, aber noch kein Vertrauen im Markt. Also wurde bewiesen.

1962 nahm Kenichi Horie zwei Parawater mit, als er als erster Mensch den Pazifik allein und ohne Zwischenstopp in einem Segelboot überquerte – dreiundneunzig Tage auf der „Mermaid", vom japanischen Nishinomiya nach San Francisco. Horie war damals dreiundzwanzig. Nach seiner Rückkehr schenkte er Citizen eine der Uhren.

Ab 1963 ging Citizen ins Systematische. Zusammen mit der japanischen Meeresforschung wurden Parawater an Forschungsbojen befestigt und in den Kuroshio-Strom ausgesetzt – hundert Bojen in drei Wellen, die sich vom Schiff aus auf den Weg über den Pazifik machten. Die Uhren hingen dabei unterhalb der Wasserlinie. Jahre später wurden Bojen an der amerikanischen Westküste geborgen, unter anderem 1966 vor Manzanita in Oregon. Die Uhren liefen noch.

Das war Marketing, aber eben auch echte Strömungsforschung – und der Nachweis, dass eine japanische Uhr jahrelang im offenen Ozean überlebt.

Die Homer – die Uhr für alle Tage

Aus dieser Entwicklung heraus entstand die Homer-Reihe: keine Prestigelinie, sondern Citizens meistverkaufte Alltagsuhr der 1960er- und frühen 1970er-Jahre. Ein Handaufzugswerk mit siebzehn Steinen, ein solides Edelstahlgehäuse, eine Datumsanzeige – und die Dichtigkeit, die aus der Parawater-Entwicklung kam.

Die Homer war die Uhr, die man trug, wenn man arbeiten musste. Citizen bot sie in unzähligen Varianten an; die Werkfamilie der 1800er-Serie wurde 1962 eingeführt und lief bis etwa 1975 in Produktion – ein Zeitraum, der für sich spricht, wenn man bedenkt, wie schnell sich die Uhrentechnik in diesen Jahren veränderte.

Für Sammler ist das heute der Reiz. Die Homer ist keine Rarität, aber sie ist die japanische Gebrauchsuhr jener Jahre schlechthin, und gut erhaltene Exemplare mit sauberem Zifferblatt sind deutlich seltener geworden, als die Produktionszahlen vermuten lassen.

Das Werk

  • Handaufzug, Homer-Werk der 1800er-Familie mit Datum
  • 17 Lagersteine
  • Datumsanzeige bei drei Uhr mit appliziertem Rahmen

Zwei Eigenheiten gehören zur Bedienung: Das Werk hat keinen Sekundenstopp, und es gibt keine Schnellverstellung für das Datum. Zum Einstellen dreht man die Zeiger über Mitternacht hinaus – oder, bei diesen Werken üblich, mehrfach zwischen etwa 21 Uhr und Mitternacht vor und zurück, wodurch das Datum jeweils weiterschaltet.

Das ist kein Mangel, sondern der Stand der Technik von 1962. Wer eine Uhr aus dieser Zeit trägt, bedient sie so, wie ihr Besitzer sie damals bedient hat.

Zifferblatt und Gehäuse

Das Zifferblatt ist in einem hellen Silberweiß mit feiner, gleichmäßiger Körnung ausgeführt, die das Licht streut statt es zu spiegeln. Die Stundenmarkierungen sind applizierte, facettierte Batons mit polierten Flanken; neben jedem sitzt ein kleiner runder Leuchtpunkt. Dazu schlanke polierte Zeiger mit Leuchtkanal und eine feine Zentralsekunde.

Beschriftet ist das Blatt in drei Zeilen: der kursive Schriftzug Citizen Homer Date oben, darunter 17 JEWELS und PARAWATER. Das Datumsfenster bei drei Uhr ist mit einem applizierten, polierten Rahmen eingefasst.

Das Edelstahlgehäuse hat kräftig nach unten gezogene, facettierte Bandanstöße und eine schmale, leicht abgesetzte Lünette – eine Form, die die Uhr am Handgelenk deutlich präsenter wirken lässt, als ihre 35,6 mm vermuten lassen. Mit 42,5 mm Horn zu Horn und 10,7 mm Höhe bleibt sie dabei alltagstauglich proportioniert.

Der Gehäuseboden trägt die geprägte Umschrift „WATER PROOF – STAINLESS STEEL" sowie die Gehäusenummer 4-180241 YD, die Modellnummer 63-1019 und die Seriennummer 9033453.

Ungeachtet dieser historischen Kennzeichnung gilt der Hinweis am Ende dieser Beschreibung: Bei einer über fünfzig Jahre alten Uhr kann Wasserdichtigkeit nicht zugesichert werden.

Zustand

Technisch einwandfrei. Die Uhr wurde im Frühjahr/Sommer 2026 in Japan von einem Uhrmacher fachgerecht revidiert – vollständig zerlegt, gereinigt, geölt und reguliert. Handaufzug und Datumsschaltung arbeiten einwandfrei.

Das Zifferblatt ist für das Alter bemerkenswert gut erhalten: gleichmäßige Körnung ohne Flecken, Verfärbungen oder Aufhellungen, Beschriftung vollständig und scharf, applizierte Indizes fest und ohne Korrosion, der Datumsrahmen intakt. Die Leuchtpunkte und die Zeigerfüllungen sind altersbedingt zu einem warmen Cremeton nachgedunkelt und leuchten nicht mehr – bei Uhren dieser Zeit die Regel und optisch eher ein Gewinn als ein Mangel.

Das Edelstahlgehäuse zeigt leichte, altersgerechte Tragespuren; die Facetten an den Bandanstößen sind erhalten, die Uhr wirkt nicht überpoliert. Der Gehäuseboden weist die üblichen feinen Kratzer vom Öffnen und Tragen auf, sämtliche Prägungen sind vollständig und klar lesbar. Das Glas ist klar.

Montiert ist ein neues schwarzes Lederarmband in Krokoprägung.

Technische Daten

  • Marke / Linie: Citizen, Homer Date
  • Modellnummer: 63-1019
  • Gehäusenummer: 4-180241 YD
  • Seriennummer: 9033453
  • Produktionsdatum: März 1969
  • Werk: Citizen Homer-Werk der 1800er-Familie, Handaufzug, 17 Steine
  • Funktionen: Stunden, Minuten, Zentralsekunde, Datum
  • Gehäuse: Edelstahl, Boden mit Parawater-Kennzeichnung
  • Durchmesser (ohne Krone): 35,6 mm
  • Höhe: 10,7 mm
  • Lug-to-Lug: 42,5 mm
  • Bandanstoßbreite: 18 mm
  • Gewicht (inkl. Band): 47 g
  • Band: neues schwarzes Lederarmband
  • Glas: Acrylglas
  • Revision: Frühjahr/Sommer 2026, Japan – vollständige Zerlegung, Reinigung, Ölung, Regulierung

Für wen

Für den Einstieg in die japanische Uhrensammlung. Die Homer Date ist die zugänglichste Möglichkeit, eine mechanische Citizen aus der Hochphase des Unternehmens zu tragen – zu einem Preis, der weit unterhalb der Seiko-Äquivalente derselben Jahre liegt.

Für alle, die eine unauffällige, vollständig mechanische Alltagsuhr mit Datum suchen. Kein Logo-Aufkleber auf dem Glas, keine Batterie, kein Leuchtgift – nur eine Feder, ein Räderwerk und eine Unruh.

Und für Sammler, die Wert auf Kennzeichnungen legen: Citizen ersetzte den Schriftzug „Parawater" um 1970 durch „Water Resistant", nachdem die Kennzeichnungsvorschriften geändert wurden. Eine Uhr von März 1969 gehört damit zu den letzten Jahrgängen, die das Wort überhaupt tragen durften – und zu den letzten Erinnerungen an ein japanisches Unternehmen, das seine Uhren zum Beweis über den Pazifik treiben ließ.

Gewährleistung (gebraucht)
Es handelt sich um einen gebrauchten Artikel. Die Verjährungsfrist für Mängelansprüche (gesetzliche Gewährleistung) beträgt 12 Monate ab Lieferung.

Hinweis
Da es sich um eine Vintage-Uhr handelt, kann keine Wasserdichtigkeit zugesichert werden. Um das Uhrwerk zu schützen, sollte die Uhr nicht mit Wasser oder Feuchtigkeit in Berührung kommen.

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