Citizen Jet Auto Dater 21 Jewels – Ringrotor-Automatik – Firmengravur Nippon Express 1966 - frisch revidiert
Citizen Jet Auto Dater 21 Jewels – Ringrotor-Automatik – Firmengravur Nippon Express 1966 - frisch revidiert
Diese Uhr hat zwei Geschichten zu erzählen. Die erste ist technisch: Citizen baute Anfang der 1960er-Jahre eine Automatikkonstruktion, die es sonst in Japan nicht gab. Die zweite ist persönlich, und sie steht wörtlich auf dem Boden – auf Japanisch, eingraviert, mit Datum und Firmennamen.
Das Jet-Werk: Citizens eigener Weg
Während Seiko konsequent auf zentrale Schwungmassen setzte, ging Citizen im Oktober 1961 einen anderen Weg und führte das sogenannte Jet-Werk ein. Dessen Besonderheit ist ein peripherer Ringrotor: Statt einer Schwungmasse über der Werksmitte läuft ein schmaler Ring auf einer Kugellagerbahn am Werksrand entlang und greift über innenliegende Verzahnung in das Aufzugsgetriebe. Vorbild war die FHF Fontomatic von 1959.
Der Effekt ist zweifach. Technisch baut das Werk flacher, weil über der Räderwerksebene kein Platz für eine Schwungmasse nötig ist. Haptisch entsteht ein Aufzugsgefühl, das mit einer gewöhnlichen Automatik nicht vergleichbar ist – der Ring läuft mit einer eigentümlichen, gleichmäßigen Ruhe. Die zweite Werksgeneration, die 41xx-Serie ab 1964, arbeitet mit 18.000 Halbschwingungen pro Stunde und bietet eine Schnellverstellung des Datums durch wiederholtes Ziehen der Krone – 1964 alles andere als selbstverständlich.
Citizen kehrte nach wenigen Jahren zur konventionellen Zentralschwungmasse zurück, die günstiger zu fertigen war. Das Jet-Werk ist damit ein abgeschlossenes technisches Kapitel ohne moderne Nachfolger – und genau deshalb für Sammler interessant.
Auf dem Zifferblatt stehen zwei weitere Citizen-Begriffe. „Parashock" bezeichnet Citizens Stoßsicherung für die Unruhwelle, „Phynox" die Legierung der Zugfeder – eine kobaltbasierte, rostfreie und ermüdungsarme Feder, die Citizen als Antwort auf die Bruchanfälligkeit älterer Kohlenstoffstahl-Federn einführte und ab Ende der 1950er als Qualitätsmerkmal auf dem Zifferblatt führte.
Die Gravur: Nippon Express, Shōwa 41
Auf dem Gehäuseboden steht in klarer, tief geschnittener Gravur:
永年勤続表彰 — 昭和41年 — 日本通運株式会社
Übersetzt: „Auszeichnung für langjährige Betriebszugehörigkeit — Shōwa 41 (1966) — Nippon Express Co., Ltd."
Nippon Express ist bis heute eines der größten Logistikunternehmen Japans. Die Uhr wurde 1966 einem Mitarbeiter für langjährige Betriebstreue überreicht – eine in Japan tief verankerte Praxis, bei der die Uhr Anerkennung war, nicht Schmuckstück. Damit ist dieses Exemplar auf das Jahr genau datiert und in seiner Herkunft dokumentiert, was in dieser Preisklasse die absolute Ausnahme ist.
Die Gravur nennt kein Individuum, sondern Anlass, Jahr und Unternehmen. Wer Vintage-Uhren wegen ihrer Geschichte kauft, bekommt hier eine, die man tatsächlich lesen kann.
Gestaltung und Charakter
Das Zifferblatt ist ein helles Sunburst-Zifferblatt, fein satiniert und streng aufgebaut: applizierte Stabindizes, schlanke Zeiger, zentraler Sekundenzeiger, Datumsfenster bei 3 Uhr in gerahmter, leicht kissenförmiger Ausführung. Die Signatur führt das stilisierte Jet-Emblem über dem Schriftzug „Citizen Jet / Auto Dater"; darunter in feiner Schreibschrift „21 Jewels / Parashock phynox".
Das polierte Edelstahlgehäuse ist klar gehalten, mit schmaler Lünette und kurzen, kräftigen Bandanstößen. Mit 37,1 mm Durchmesser, 45,1 mm Lug-to-Lug und 12,3 mm Höhe hat die Uhr eine ausgewogene, alltagstaugliche Statur; 48 Gramm machen sie zu einer der leichteren Automatikuhren ihrer Zeit. Eine Gebrauchsuhr des japanischen Wirtschaftswunders, gebaut für Menschen, die sie jeden Tag getragen haben – und genau so trägt sie sich heute noch.
Zustand
Geliefert wird die Uhr an einem neuen schwarzen Lederarmband in Kroko-Prägung. Die Uhr wurde frisch von einem japanischen Uhrmacher revidiert.
Technische Daten
- Marke: Citizen
- Modell: Jet Auto Dater
- Werk: Automatik mit peripherem Ringrotor, Handaufzug möglich
- Steine: 21 Jewels
- Halbschwingungen: 18.000 A/h
- Stoßsicherung: Parashock
- Zugfeder: Phynox
- Funktionen: Stunde, Minute, Zentralsekunde, Datum mit Schnellverstellung
- Gehäusematerial: Edelstahl
- Durchmesser ohne Krone: 37,1 mm
- Lug-to-Lug: 45,1 mm
- Höhe: 12,3 mm
- Bandanstoßbreite: 19 mm
- Gewicht inkl. Band: 48 g
- Datierung: 1966, durch Bodengravur belegt
- Besonderheit: Firmengravur Nippon Express, Auszeichnung für langjährige Betriebszugehörigkeit
- Band: neues schwarzes Lederarmband, Kroko-Prägung
- Herkunft: Japan
Für wen?
Für Sammler technischer Sonderwege, die eine Automatikkonstruktion suchen, die kein zweiter japanischer Hersteller so gebaut hat. Für alle, denen eine dokumentierte, auf das Jahr genau datierte Herkunft etwas bedeutet. Und für Käufer, die eine unaufdringliche Alltagsuhr mit Datum wollen, die im Büro ebenso funktioniert wie am Wochenende.
Gewährleistung (gebraucht)
Es handelt sich um einen gebrauchten Artikel. Die Verjährungsfrist für Mängelansprüche (gesetzliche Gewährleistung) beträgt 12 Monate ab Lieferung.
Hinweis
Da es sich um eine Gebrauchtuhr handelt, kann keine Wasserdichtigkeit zugesichert werden. Um das Uhrwerk zu schützen, sollte die Uhr nicht mit Wasser oder Feuchtigkeit in Berührung kommen.
Gesetzliche Gewährleistung:
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