Grand Seiko 61GS Hi-Beat – Ref. 6146-8050 – Kaliber 6146A, 36.000 A/h, Suwa Seikosha – blau-graues Zifferblatt, facettiertes Glas – Mai 1972 – frisch revidiert
Grand Seiko 61GS Hi-Beat – Ref. 6146-8050 – Kaliber 6146A, 36.000 A/h, Suwa Seikosha – blau-graues Zifferblatt, facettiertes Glas – Mai 1972 – frisch revidiert
Zehn Schläge pro Sekunde.
Das ist es, was eine Hi-Beat von 1972 von fast allem unterscheidet, was damals sonst gebaut wurde – und was heute nur wenige Manufakturen überhaupt anbieten. Wenn Sie die Sekunde dieser Uhr beobachten, sehen Sie keine Schritte mehr. Sie sehen eine Bewegung.
Eine Referenz, die es nur zwei Monate gab
Die 6146-8050 gehört zu den seltensten Grand Seiko der klassischen Ära. Nach dem Kenntnisstand der Sammlergemeinde wurde sie lediglich rund zwei Monate im Jahr 1972 gebaut: Sämtliche bekannten Exemplare tragen Produktionsdaten aus April oder Mai 1972.
Die Seriennummer dieser Uhr lautet 255389. Nach dem Seiko-Schema – erste Ziffer Jahresendziffer, zweite Ziffer Monat – ergibt das Mai 1972. Sie stammt damit aus dem letzten dokumentierten Produktionsmonat dieser Referenz.
Warum Seiko die 8050 so kurz baute, ist nicht überliefert. Was bleibt, ist eine Uhr, die man selten angeboten sieht – und die in ihrer Gestaltung eine Sonderstellung einnimmt.
Das Gehäuse und das facettierte Glas
Die meisten Grand Seiko der 61er-Reihe tragen ein rundes Gehäuse mit gewölbtem Glas. Die 8050 nicht. Sie hat ein kantiges, breit gezogenes Gehäuse im Stil der frühen 1970er-Jahre – und darauf ein facettiertes Glas, dessen geschliffene Randflächen das Licht am Zifferblattrand brechen.
Dieser Effekt ist der eigentliche Reiz der Uhr. Je nach Blickwinkel entstehen an der Glaskante schmale Lichtbänder, die um das Zifferblatt herumlaufen. Fotografieren lässt sich das kaum; man muss die Uhr in der Hand drehen.
Praktisch bedeutet das auch etwas: Diese Gläser sind heute nicht mehr zu beschaffen. Ein beschädigtes facettiertes Glas lässt sich nur durch ein rundes Standardglas ersetzen, womit die Uhr ihre Charakteristik verliert. Das Glas dieses Exemplars ist einwandfrei und original – bei dieser Referenz der wichtigste einzelne Zustandspunkt.
Das Gehäuse selbst ist nach der Zaratsu-Methode von Hand poliert: ein Verfahren, bei dem die Werkstücke gegen eine rotierende Scheibe geführt werden, sodass völlig verzerrungsfreie, spiegelnde Flächen entstehen. Grand Seiko wendet es bis heute an, und es ist der Grund, warum die Flächen an diesen Gehäusen anders aussehen als an maschinell polierten Uhren – ohne Welligkeit, mit messerscharfen Kanten zu den satinierten Partien.
Zugrunde liegt die Gestaltungssprache, die Taro Tanaka bei Seiko formulierte und die mit der 44GS von 1967 kanonisch wurde: ebene Flächen statt gerundeter Übergänge, jede Fläche reflektiert in eine definierte Richtung, keine Kante wird weichgeschliffen.
Das Kaliber 6146A
Die 61GS-Reihe erschien im Februar 1968 – vorgestellt zunächst nicht im Katalog, sondern in Seikos Händlermagazin. Sie brachte das erste japanische Automatikwerk mit 36.000 Halbschwingungen pro Stunde.
- Automatik mit zusätzlichem Handaufzug
- Sekundenstopp beim Ziehen der Krone
- 25 Steine, 36.000 A/h – zehn Schläge pro Sekunde, 5 Hz
- Tag und Datum mit Schnellverstellung
- Gefertigt von Suwa Seikosha
Der Sinn der hohen Frequenz: Je schneller die Unruh schwingt, desto weniger stören äußere Einflüsse – Stöße, Lagewechsel, Beschleunigungen beim Tragen. Die Unruh kehrt rascher in ihren Rhythmus zurück, der Gang wird stabiler. Der Preis ist höherer Verschleiß und eine anspruchsvollere Konstruktion, weshalb solche Werke ausschließlich in Spitzenlinien verbaut wurden.
Der Grand-Seiko-Standard
Seiko unterwarf die Kaliber 6145A und 6146A dem hauseigenen Grand-Seiko-Standard: reguliert auf –3 bis +5 Sekunden pro Tag, geprüft in mehreren Lagen und bei unterschiedlichen Temperaturen.
Dieser Standard war strenger als die damals geltende Schweizer Chronometerprüfung. Seiko schuf ihn, nachdem japanische Uhren bei den Genauigkeitswettbewerben der Sternwarte Neuenburg gegen die europäische Konkurrenz angetreten waren – und dort innerhalb weniger Jahre von hinteren Plätzen an die Spitze vorrückten.
Innerhalb der 61er-Reihe gab es darüber noch zwei Stufen: die als „Special" bezeichneten Kaliber 6155A/6156A mit ±3 Sekunden und die V.F.A.-Werke 6185/6186 mit ±2 Sekunden, die von ausgewählten Uhrmachern aus selektierten Bauteilen montiert wurden. Diese Uhr gehört zur Basisstufe – die ihrerseits über dem lag, was in Europa als Chronometer galt.
Suwa und Daini
Seiko unterhielt zwei konkurrierende Fertigungen: Suwa Seikosha in Nagano und Daini Seikosha in Tokio. Beide entwickelten eigene Werke und traten gegeneinander an; die Konzernleitung förderte das ausdrücklich.
Grand Seiko wurde von beiden gebaut – die 44GS, 45GS und die 45GS V.F.A. stammen aus Daini, praktisch alles Übrige aus Suwa. Diese 61GS kommt aus Suwa, erkennbar am kleinen Wirbelzeichen auf Zifferblatt und Gehäuseboden. Daini antwortete auf die 61GS mit der handaufgezogenen 45GS, die ebenfalls mit 36.000 Halbschwingungen lief.
Aus Suwa Seikosha wurde später Seiko Epson, aus Daini Seikosha Seiko Instruments.
Zifferblatt
Das Zifferblatt ist in einem tiefen Blau-Grau gehalten – deutlich seltener als die silbernen Ausführungen, die den Großteil der 61GS-Produktion ausmachen. Ein feiner Sonnenschliff läuft von der Mitte nach außen; je nach Licht wandert der Ton zwischen einem hellen in bläuliche gehende Zinngrau und einem fast anthrazitfarbenen Dunkel.
Die Stundenmarkierungen sind applizierte, mehrfach facettierte Indizes mit messerscharfen Kanten und breiten polierten Flächen – in ihrer Ausführung das Gegenstück zum Gehäuse. Dazu kantige, ebenfalls facettierte Zeiger und eine schlanke Zentralsekunde.
Beschriftet ist das Blatt sparsam: SEIKO AUTOMATIC oben, GS HI-BEAT mit dem Suwa-Zeichen unten. Das Kalenderfenster bei drei Uhr ist mit einem applizierten Rahmen eingefasst; der Sonntag erscheint in Rot.
Zustand
Diese Uhr ist in einem ganz hervorragendem Zustand.
Das facettierte Glas ist einwandfrei und original – ohne Kratzer, Absplitterungen oder Trübungen an den geschliffenen Flächen. Bei dieser Referenz ist das der entscheidende Punkt, weil Ersatz nicht verfügbar ist.
Technisch einwandfrei: Die Uhr wurde im Frühjahr/Sommer 2026 in Japan von einem Uhrmacher fachgerecht revidiert – vollständig zerlegt, gereinigt, geölt und reguliert. Automatik, Handaufzug, Sekundenstopp sowie die Schnellverstellung für Tag und Datum arbeiten einwandfrei.
Das Zifferblatt ist sauber und gleichmäßig, ohne Flecken, Verfärbungen oder Aufhellungen. Die Beschriftung ist vollständig und scharf, die applizierten Indizes sitzen fest, sind ohne Korrosion und haben ihre Kantenschärfe behalten. Der Kalenderrahmen ist intakt.
Das Edelstahlgehäuse zeigt nur sehr leichte, altersgerechte Tragespuren. Die zaratsu-polierten Flächen sind erhalten, die Kanten zu den satinierten Partien klar abgesetzt – die Uhr wurde nicht nachpoliert, was bei Grand Seiko das wichtigste Gehäusekriterium ist.
Die GS-signierte Krone ist original und klar geprägt; signierte Kronen wurden bei Reparaturen über die Jahrzehnte häufig gegen einfache Ersatzteile getauscht. Das Goldmedaillon auf dem Gehäuseboden ist vollständig erhalten, Prägung und Suwa-Zeichen sind scharf. Sämtliche Bodengravuren – Referenz 6146-8050, Seriennummer 255389 – sind klar lesbar.
Montiert ist ein neues hochwertiges Seiko-Lederarmband.
Technische Daten
- Marke / Linie: Grand Seiko, 61GS Hi-Beat
- Referenz: 6146-8050
- Seriennummer: 255389
- Produktionsdatum: Mai 1972
- Werk: Seiko Kaliber 6146A, Automatik mit Handaufzug, 25 Steine, 36.000 A/h, Sekundenstopp
- Hersteller: Suwa Seikosha, Japan
- Regulierung: Grand-Seiko-Standard, –3 bis +5 Sekunden pro Tag
- Funktionen: Stunden, Minuten, Zentralsekunde, Tag und Datum mit Schnellverstellung
- Gehäuse: Edelstahl, Zaratsu-Politur, GS-signierte Krone, Goldmedaillon auf dem Boden
- Durchmesser (ohne Krone): 37,9 mm
- Höhe: 12,8 mm
- Lug-to-Lug: 41,9 mm
- Bandanstoßbreite: 18 mm
- Gewicht (inkl. Band): 61 g
- Band: neues Seiko-Lederarmband
- Glas: originales facettiertes Glas
- Revision: Frühjahr/Sommer 2026, Japan – vollständige Zerlegung, Reinigung, Ölung, Regulierung
Für wen
Für Sammler, die eine vintage Grand Seiko suchen und nicht die Referenz wollen, die alle haben. Die 6146-8050 wurde über einen Zeitraum von zwei Monaten gebaut; sie taucht im Handel nur vereinzelt auf, und mit intaktem facettiertem Originalglas noch seltener.
Für alle, die ein Hi-Beat-Werk am Handgelenk haben wollen. 36.000 Halbschwingungen waren 1972 die Spitze des technisch Möglichen und sind es in gewisser Weise geblieben – nur wenige Manufakturen bauen heute Werke dieser Frequenz.
Und für jeden, der einmal gesehen hat, was ein facettiertes Glas mit Licht macht. Man dreht die Uhr, und am Zifferblattrand läuft ein schmales helles Band mit. Das gibt es an kaum einer anderen Uhr.
Mit 37,9 mm Durchmesser bei nur 41,9 mm Horn zu Horn trägt sie sich präsent, aber kompakt – die kurzen, kantig gezogenen Bandanstöße machen sie auch an mittleren Handgelenken tragbar.
Gewährleistung (gebraucht)
Es handelt sich um einen gebrauchten Artikel. Die Verjährungsfrist für Mängelansprüche (gesetzliche Gewährleistung) beträgt 12 Monate ab Lieferung.
Hinweis
Da es sich um eine Vintage-Uhr handelt, kann keine Wasserdichtigkeit zugesichert werden. Um das Uhrwerk zu schützen, sollte die Uhr nicht mit Wasser oder Feuchtigkeit in Berührung kommen.
Gesetzliche Gewährleistung:
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