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King Seiko Hi-Beat 5625-7000 – Kaliber 5625A, Suwa Seikosha – Edelstahl, nur Datum – März 1971 – frisch revidiert

King Seiko Hi-Beat 5625-7000 – Kaliber 5625A, Suwa Seikosha – Edelstahl, nur Datum – März 1971 – frisch revidiert

Kein Wochentag. Nur ein Datumsfenster bei drei Uhr.

Das klingt nach weniger, ist aber für viele Sammler das Argument: Ein einzelnes Fenster stört die Symmetrie des Zifferblatts kaum, während Tag und Datum nebeneinander einen breiten Block erzeugen, der die rechte Zifferblatthälfte dominiert. Wer die reduzierte Gestaltung der King Seiko schätzt, findet sie in der 5625 am konsequentesten umgesetzt.

King Seiko – die Linie aus dem anderen Werk

Seiko unterhielt über Jahrzehnte zwei vollständig getrennte Fertigungen, die gegeneinander antraten: Suwa Seikosha in der Präfektur Nagano und Daini Seikosha in Tokio. Beide entwickelten eigene Werke, führten eigene Modellreihen und konkurrierten um die Spitzenposition. Die Konzernleitung förderte das ausdrücklich – wer das bessere Werk baute, bekam den Auftrag.

1960 stellte Suwa die erste Grand Seiko vor. Daini antwortete 1961 mit der ersten King Seiko. Was folgte, ist eine der produktivsten Rivalitäten der Uhrengeschichte: 1964 die 44KS, 1968 die 45KS mit 36.000 Halbschwingungen, parallel die 52er-Reihe aus Tokio.

Bei der 56er-Reihe kehrten sich die Verhältnisse um. Die Kaliber 5625 und 5626 stammen aus Suwa – aus demselben Werk, das Grand Seiko baute. Suwa lieferte damit sowohl die Grand Seiko als auch, unter dem Namen King Seiko, deren direkte Konkurrenz im eigenen Haus. Das Grand-Seiko-Kaliber 5646 und dieses King-Seiko-Kaliber 5625 teilen die Grundarchitektur; unterschieden wurden sie über Feinregulierung, Ausstattung und Endbearbeitung.

King Seiko war deshalb nie die zweite Wahl, sondern die günstigere Uhr mit demselben konstruktiven Fundament.

„Hi-Beat" – was auf dem Zifferblatt steht

Der Schriftzug KS HI-BEAT bezeichnet die hohe Schwingfrequenz des Werks: 28.800 Halbschwingungen pro Stunde, also acht Schwingungen der Unruh pro Sekunde.

Die Logik dahinter ist einfach. Je schneller eine Unruh schwingt, desto weniger wirken sich äußere Störungen – Stöße, Lageänderungen, Beschleunigungen beim Tragen – auf den Gang aus. Eine schnell schwingende Unruh kehrt rascher in ihren Rhythmus zurück. Der Preis ist höherer Verschleiß und ein anspruchsvollerer Aufbau, weshalb Hi-Beat-Werke zur Zeit ihrer Einführung ausschließlich in den oberen Linien verbaut wurden.

Sichtbar wird das an der Sekunde: Sie läuft merklich flüssiger als bei einem Werk mit 18.000 oder 21.600 Halbschwingungen.

Das Kaliber 5625A

  • Automatik mit zusätzlichem Handaufzug
  • Sekundenstopp beim Ziehen der Krone – sekundengenaues Stellen
  • 25 Steine, 28.800 Halbschwingungen pro Stunde
  • Datum mit Schnellverstellung, ohne Wochentagsanzeige
  • Gefertigt von Suwa Seikosha, Japan

Das 5625 ist die Datumsvariante derselben Werkfamilie, aus der auch das 5626 mit Tag und Datum stammt. Weniger Kalendermechanik bedeutet weniger bewegte Teile und ein etwas flacheres Werk – diese Uhr misst 9,7 mm in der Höhe gegenüber rund 10,5 mm bei den Tag-Datum-Modellen.

Werkentnahme von vorn – und eine Zäsur im Kleingedruckten

Der Gehäuseboden trägt die Anweisung OPEN THRU GLASS, PUSH SET LEVER, PULL STEM. Das Werk wird nicht von hinten, sondern von vorn durch das abgenommene Glas entnommen; der Zusatz richtet sich an den Uhrmacher, weil der Stellhebel gedrückt werden muss, bevor sich die Aufzugswelle ziehen lässt.

Der konstruktive Grund ist die Dichtigkeit: Ein Gehäuse, das nicht von hinten geöffnet wird, hat eine Schwachstelle weniger.

Interessant ist, was daneben steht. Die baugleichen Gehäuse der Jahre 1968 bis 1969 trugen die Prägung „WATERPROOF". Dieses Exemplar von 1971 trägt „WATER RESISTANT" – bei identischer Konstruktion.

Der Grund liegt nicht in der Technik, sondern im Recht: Um 1970 wurde die Kennzeichnung von Wasserdichtigkeit international neu geregelt, und absolute Formulierungen wie „waterproof" verschwanden aus den Katalogen. Citizen ersetzte zur selben Zeit den Markennamen „Parawater" durch „Water Resistant". Diese Uhr steht damit sichtbar auf der anderen Seite dieser Zäsur – und die Beschriftung bestätigt die Datierung auf 1971 unabhängig von der Seriennummer.

Zifferblatt und Gehäuse

Das Zifferblatt ist in einem hellen Silberton mit feinem radialem Sonnenschliff ausgeführt, der bei wechselndem Licht von der Mitte nach außen über die Fläche wandert. Die Stundenmarkierungen sind applizierte, mehrfach facettierte Batons mit scharfen Kanten und tief schwarz abgesetzten Flanken; bei zwölf Uhr als Doppelindex ausgeführt. Dazu schlanke polierte Zeiger und eine feine Zentralsekunde.

Beschriftet ist das Blatt sparsam: SEIKO AUTOMATIC links der Mitte, KS HI-BEAT mit dem Suwa-Zeichen rechts davon. Das Datumsfenster bei drei Uhr ist mit einem applizierten Rahmen eingefasst.

Das Edelstahlgehäuse folgt der Gestaltungssprache, die Taro Tanaka bei Seiko als „Grammar of Design" formulierte: ebene, scharf gegeneinander abgesetzte Flächen statt gerundeter Übergänge, kantig und weit nach außen gezogene Bandanstöße, eine flach ausgeführte Lünette. Tanakas Prinzip war, dass jede Fläche das Licht in einer definierten Richtung reflektiert – was nur funktioniert, solange die Kanten stehen.

Mit 36,9 mm Durchmesser, 41,8 mm Horn zu Horn und nur 9,7 mm Höhe gehört diese Uhr zu den flacheren King Seiko und trägt sich entsprechend unauffällig.

Zustand

Zuerst das, was man wissen muss: Die Goldplakette auf dem Gehäuseboden fehlt. Die kreisrunde Aufnahme in der Bodenmitte ist vorhanden, der Einsatz mit dem KS-Signet nicht. Das ist bei diesen Modellen kein seltener Befund – die Plaketten sind eingesetzt und nicht verschraubt, und über fünf Jahrzehnte und mehrere Revisionen hinweg gehen sie regelmäßig verloren. Am Handgelenk ist davon nichts zu sehen; wer eine King Seiko mit unversehrter Plakette sucht, sollte gleichwohl ein anderes Exemplar wählen.

Technisch ist die Uhr einwandfrei. Sie wurde im Frühjahr/Sommer 2026 in Japan von einem Uhrmacher fachgerecht revidiert – vollständig zerlegt, gereinigt, geölt und reguliert. Automatik, Handaufzug, Sekundenstopp sowie die Schnellverstellung für das Datum arbeiten einwandfrei.

Das Zifferblatt ist gut erhalten: Der Sonnenschliff läuft gleichmäßig durch, die Beschriftung ist vollständig und scharf, die applizierten Indizes sitzen fest und sind ohne Korrosion, der Datumsrahmen ist intakt.

Das Edelstahlgehäuse zeigt altersgerechte Tragespuren, an der Lünettenkante und den Hornflanken stellenweise deutlicher. Die Flächenübergänge sind erhalten; die Uhr wurde nicht überpoliert. Sämtliche Bodengravuren – Referenz 5625-7000, Seriennummer 131490, Werkstattanweisung – sind vollständig und klar lesbar. Das Glas hat leichte Gebrauchsspuren.

Montiert ist ein neues Seiko-Lederarmband.

Technische Daten

  • Marke / Linie: King Seiko, Hi-Beat
  • Referenz: 5625-7000
  • Seriennummer: 131490
  • Produktionsdatum: März 1971
  • Werk: Seiko Kaliber 5625A, Automatik mit Handaufzug, 25 Steine, 28.800 A/h, Sekundenstopp
  • Hersteller: Suwa Seikosha, Japan
  • Funktionen: Stunden, Minuten, Zentralsekunde, Datum mit Schnellverstellung
  • Gehäuse: Edelstahl, Werkentnahme von vorn durch das Glas, Goldplakette auf dem Boden fehlt
  • Durchmesser (ohne Krone): 36,9 mm
  • Höhe: 9,7 mm
  • Lug-to-Lug: 41,8 mm
  • Bandanstoßbreite: 18 mm
  • Gewicht (inkl. Band): 47 g
  • Band: neues Seiko-Lederarmband
  • Glas: Acrylglas
  • Revision: Frühjahr/Sommer 2026, Japan – vollständige Zerlegung, Reinigung, Ölung, Regulierung

Für wen

Für alle, die ein Datum wollen, aber keinen Wochentag. Ein einzelnes Fenster lässt das Zifferblatt ruhiger wirken als der breite Doppelblock der Tag-Datum-Modelle – und die 5625 ist innerhalb der King-Seiko-Reihe die puristischere Ausführung. Die fehlende Plakette auf der Rückseite macht sie dabei deutlich zugänglicher als vergleichbar erhaltene Exemplare.

Für Sammler, die die Suwa-Seite der Seiko-Geschichte abbilden wollen: Dieses Werk teilt die Grundarchitektur mit dem Grand-Seiko-Kaliber 5646 aus derselben Fertigung.

Und für alle, die eine flache Automatikuhr für jeden Tag suchen. 9,7 mm Höhe bei 41,8 mm Horn zu Horn und 47 g – das verschwindet unter dem Hemdsärmel, und nach der Revision läuft die Mechanik wieder so, wie sie 1971 gedacht war.

Gewährleistung (gebraucht)
Es handelt sich um einen gebrauchten Artikel. Die Verjährungsfrist für Mängelansprüche (gesetzliche Gewährleistung) beträgt 12 Monate ab Lieferung.

Hinweis
Da es sich um eine Vintage-Uhr handelt, kann keine Wasserdichtigkeit zugesichert werden. Um das Uhrwerk zu schützen, sollte die Uhr nicht mit Wasser oder Feuchtigkeit in Berührung kommen.

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