King Seiko Hi-Beat 5626-7113 – Kaliber 5626A, Suwa Seikosha – Edelstahl – Juni 1974 – frisch revidiert
King Seiko Hi-Beat 5626-7113 – Kaliber 5626A, Suwa Seikosha – Edelstahl – Juni 1974 – frisch revidiert
¥28.000. So viel kostete diese Uhr im Seiko-Katalog von 1975.
Zum Vergleich standen auf derselben Seite: die King Seiko Special aus dem Daini-Werk zu ¥30.000, die King Seiko Chronometer zu ¥33.000 – und die Grand Seiko der 56er-Reihe zu ¥47.000.
Die Grand Seiko war also nicht doppelt so gut. Sie war doppelt so teuer. Das Werk darin stammte aus derselben Fertigung und teilte die Konstruktion.
King Seiko – die Linie aus dem anderen Werk
Seiko unterhielt über Jahrzehnte zwei vollständig getrennte Fertigungen, die gegeneinander antraten: Suwa Seikosha in der Präfektur Nagano und Daini Seikosha in Tokio. Beide entwickelten eigene Werke, führten eigene Modellreihen und konkurrierten um die Spitzenposition. Die Konzernleitung förderte das ausdrücklich – wer das bessere Werk baute, bekam den Auftrag.
1960 stellte Suwa die erste Grand Seiko vor. Daini antwortete 1961 mit der ersten King Seiko. Was folgte, ist eine der produktivsten Rivalitäten der Uhrengeschichte: 1964 die 44KS, 1968 die 45KS mit 36.000 Halbschwingungen, parallel die 52er-Reihe aus Tokio.
Bei der 56er-Reihe kehrten sich die Verhältnisse dann um. Das Kaliber 5626 stammt aus Suwa – aus demselben Werk, das Grand Seiko baute. Suwa lieferte damit sowohl die Grand Seiko als auch, unter dem Namen King Seiko, deren direkte Konkurrenz im eigenen Haus. Das Grand-Seiko-Kaliber 5646 und dieses King-Seiko-Kaliber 5626 teilen die Grundarchitektur; unterschieden wurden sie über Feinregulierung, Ausstattung und Endbearbeitung.
Das erklärt den Katalogpreis von 1975 – und es erklärt, warum die 56KS heute der vernünftigste Einstieg in die klassische Seiko-Spitzenklasse ist.
„Hi-Beat" – was auf dem Zifferblatt steht
Der Schriftzug KS HI-BEAT bezeichnet die hohe Schwingfrequenz des Werks: 28.800 Halbschwingungen pro Stunde, also acht Schwingungen der Unruh pro Sekunde.
Die Logik dahinter ist einfach. Je schneller eine Unruh schwingt, desto weniger wirken sich äußere Störungen – Stöße, Lageänderungen, Beschleunigungen beim Tragen – auf den Gang aus. Eine schnell schwingende Unruh kehrt rascher in ihren Rhythmus zurück. Der Preis ist höherer Verschleiß und ein anspruchsvollerer Aufbau, weshalb Hi-Beat-Werke zur Zeit ihrer Einführung ausschließlich in den oberen Linien verbaut wurden.
Sichtbar wird das an der Sekunde: Sie läuft merklich flüssiger als bei einem Werk mit 18.000 oder 21.600 Halbschwingungen.
Das Kaliber 5626A
- Automatik mit zusätzlichem Handaufzug
- Sekundenstopp beim Ziehen der Krone – sekundengenaues Stellen
- 25 Steine, 28.800 Halbschwingungen pro Stunde
- Tag und Datum mit Schnellverstellung
- Tagesscheibe zweisprachig, Japanisch und Englisch
- Gefertigt von Suwa Seikosha, Japan
Die zweisprachige Tagesscheibe folgt der japanischen Kalenderkonvention: Sonntag in Rot, Samstag in Blau. Auf dem Foto steht der Sonntag 日 in Rot – ein Detail, das es an europäischen Uhren nicht gibt und das die Herkunft der Uhr auf einen Blick verrät.
Die spätere Gehäuseausführung
Ein Wort zur Bauform, weil sie sich von den früheren 56KS unterscheidet: Die 5626-7113 hat einen konventionellen, von hinten zu öffnenden Gehäuseboden und trägt die Prägung „WATER RESISTANT". Die frühen Referenzen der Reihe, etwa die 5626-7000, waren noch mit Werkentnahme von vorn durch das Glas konstruiert und entsprechend mit „WATERPROOF" gekennzeichnet; sie trugen außerdem ein Goldmedaillon auf dem Boden.
Seiko vereinfachte diese Details im Lauf der Baureihe – 1974 stand das Unternehmen bereits unter dem Kostendruck der Quarztechnik. Praktisch bedeutet die spätere Ausführung: unkomplizierter zu warten, weil jede Revision über den Boden statt über die Zifferblattseite läuft. Sammlerisch bedeutet sie: weniger Zierrat auf der Rückseite. Am Werk und an der Genauigkeit ändert es nichts.
Zifferblatt und Gehäuse
Das Zifferblatt ist in einem hellen Silberton mit feinem radialem Sonnenschliff ausgeführt, der bei wechselndem Licht von der Mitte nach außen über die Fläche wandert. Die Stundenmarkierungen sind applizierte, mehrfach facettierte Batons mit scharfen Kanten und tief schwarz abgesetzten Flanken; bei zwölf Uhr als Doppelindex ausgeführt. Dazu schlanke polierte Zeiger und eine feine Zentralsekunde.
Beschriftet ist das Blatt sparsam: SEIKO AUTOMATIC oben, KS HI-BEAT mit dem Suwa-Zeichen unten. Das Kalenderfenster bei drei Uhr ist mit einem applizierten Rahmen eingefasst und zeigt Wochentag und Datum nebeneinander.
Das Edelstahlgehäuse folgt der Gestaltungssprache, die Taro Tanaka bei Seiko als „Grammar of Design" formulierte: ebene, scharf gegeneinander abgesetzte Flächen statt gerundeter Übergänge, kantig gezogene Bandanstöße, eine flach ausgeführte Lünette. Tanakas Prinzip war, dass jede Fläche das Licht in einer definierten Richtung reflektiert – was nur funktioniert, solange die Kanten stehen.
Mit 36,3 mm Durchmesser bei nur 41,4 mm Horn zu Horn und 10,5 mm Höhe bleibt die Uhr kompakt und passt auch an schmalere Handgelenke.
Zustand
Technisch einwandfrei. Die Uhr wurde im Frühjahr/Sommer 2026 in Japan von einem Uhrmacher fachgerecht revidiert – vollständig zerlegt, gereinigt, geölt und reguliert. Automatik, Handaufzug, Sekundenstopp sowie die Schnellverstellung für Tag und Datum arbeiten einwandfrei.
Das Zifferblatt ist gut erhalten: Der Sonnenschliff läuft gleichmäßig durch, ohne Flecken oder Aufhellungen im Zifferblattspiegel. Die Beschriftung ist vollständig und scharf, die applizierten Indizes sitzen fest und sind ohne Korrosion, der Kalenderrahmen ist intakt. Am äußersten Rand des Zifferblatts zeigt sich eine leichte Verfärbung, dazu vereinzelte winzige Punkte auf dem Minutenkreis – im Tragen nicht wahrnehmbar, auf den Makroaufnahmen erkennbar.
Das Edelstahlgehäuse zeigt altersgerechte Tragespuren, an der Lünettenkante und den Hornflanken stellenweise deutlicher. Die Flächenübergänge sind erhalten; die Uhr wurde nicht überpoliert. Der Gehäuseboden weist Kratzer vom Öffnen und Tragen auf, sämtliche Prägungen – Referenz 5626-7113, Seriennummer, Suwa-Zeichen – sind vollständig und klar lesbar. Das Glas hat leichte Gebrauchsspuren.
Montiert ist ein neues Seiko-Lederarmband.
Datierung
Die Seriennummer 464273 erlaubt die Zuordnung nach dem Seiko-Schema: Die erste Ziffer bezeichnet die Endziffer des Produktionsjahres, die zweite den Monat. 4 – 6 ergibt Juni 1974. Die King-Seiko-Linie wurde ein Jahr später eingestellt; diese Uhr stammt damit aus der Schlussphase der klassischen Ära.
Technische Daten
- Marke / Linie: King Seiko, Hi-Beat
- Referenz: 5626-7113
- Seriennummer: 464273
- Produktionsdatum: Juni 1974
- Werk: Seiko Kaliber 5626A, Automatik mit Handaufzug, 25 Steine, 28.800 A/h, Sekundenstopp
- Hersteller: Suwa Seikosha, Japan
- Funktionen: Stunden, Minuten, Zentralsekunde, Tag und Datum mit Schnellverstellung, Tagesscheibe zweisprachig (Japanisch/Englisch)
- Gehäuse: Edelstahl
- Durchmesser (ohne Krone): 36,3 mm
- Höhe: 10,5 mm
- Lug-to-Lug: 41,4 mm
- Bandanstoßbreite: 18 mm
- Gewicht (inkl. Band): 48 g
- Band: neues Seiko-Lederarmband
- Glas: Acrylglas
- Revision: Frühjahr/Sommer 2026, Japan – vollständige Zerlegung, Reinigung, Ölung, Regulierung
Für wen
Für alle, die eine mechanische Seiko auf Grand-Seiko-Niveau suchen, ohne deren Preis zu zahlen – bei gemeinsamer Werkarchitektur aus derselben Fertigung. Der Katalogpreis von 1975 belegt, wie nah diese beiden Linien beieinanderlagen.
Für Sammler, die die Suwa-Seite der Seiko-Geschichte abbilden wollen, und für alle, die eine Uhr aus der Schlussphase der klassischen King-Seiko-Ära suchen – ein Jahr später gab es die Linie nicht mehr.
Und für den täglichen Gebrauch. Automatik mit Handaufzug, Sekundenstopp, Schnellverstellung für Tag und Datum, hochfrequentes Werk: Nach einundfünfzig Jahren läuft sie nach der Revision wieder so, wie sie soll, und mit 36,3 mm bei 41,4 mm Horn zu Horn trägt sie sich zurückhaltend genug für jeden Anlass.
Gewährleistung (gebraucht)
Es handelt sich um einen gebrauchten Artikel. Die Verjährungsfrist für Mängelansprüche (gesetzliche Gewährleistung) beträgt 12 Monate ab Lieferung.
Hinweis
Da es sich um eine Vintage-Uhr handelt, kann keine Wasserdichtigkeit zugesichert werden. Um das Uhrwerk zu schützen, sollte die Uhr nicht mit Wasser oder Feuchtigkeit in Berührung kommen.
Gesetzliche Gewährleistung:
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