Orient Grand Prix Olympia Auto Orient 64 – 64 Jewels – Automatik – Tokyo 1964 – Vintage Japan
Orient Grand Prix Olympia Auto Orient 64 – 64 Jewels – Automatik – Tokyo 1964 – Vintage Japan
64 Lagersteine, „Olympia Auto Orient“ und ein Modell aus jener kurzen Phase, in der Orient versuchte, die Konkurrenz nicht nur technisch zu schlagen, sondern geradezu zu übertrumpfen.
Die Orient Grand Prix Olympia Auto Orient 64 gehört zu den extravagantesten mechanischen Uhren, die Orient in den 1960er-Jahren produzierte.
Auf dem Zifferblatt stehen selbstbewusst:
GRAND PRIX
OLYMPIA AUTO ORIENT
und bei 6 Uhr:
64
ANTISHOCK
Die Zahl 64 bezeichnet die außergewöhnliche Ausstattung des Automatikwerks mit 64 Steinen. Nicht alle davon erfüllen eine klassische Lagerfunktion – ein Teil wurde bewusst als technisches und optisches Prestigeelement eingesetzt.
Genau darin liegt der Reiz dieser Uhr: Sie stammt aus einer Epoche, in der die japanischen Hersteller ihre neu gewonnene technische Leistungsfähigkeit mit einem beinahe spielerischen Überbietungswettbewerb demonstrierten.
Orient und das Rennen um die höchste Steinzahl
In den späten 1950er- und frühen 1960er-Jahren wurde die Zahl der Lagersteine bei japanischen Uhren zunehmend auch zum sichtbaren Qualitäts- und Prestigeparameter.
Orient trieb dieses Prinzip besonders weit (s. auch den Blogbeitrag und das Video zu „Jewel Wars“, dem Krieg der Steine).
Innerhalb der Grand-Prix-Familie entstanden Werke mit ungewöhnlich hohen Steinanzahlen. Neben der Grand Prix 64 gab es sogar Varianten mit 100 Steinen. Bei den 64- und 100-Jewel-Werken wurden zusätzliche Steine unter anderem dekorativ am Rotor bzw. Werk angebracht. Ein japanischer Orient-Spezialist ordnet die Grand Prix 64 dem Kaliber 676 zu und hebt ihre gegenüber einfacheren Orient-Automatikkalibern aufwendigere Konstruktion einschließlich Incabloc-Stoßsicherung hervor.
Das Ziel war nicht allein funktionale Notwendigkeit. Die enorme Steinzahl war zugleich ein Statement: Orient wollte zeigen, was japanische Serienuhrmacherei technisch und gestalterisch leisten konnte.
„Olympia Auto Orient“ und Tokio 1964
Die Grand Prix Olympia Auto Orient 64 wird eng mit dem olympischen Jahr 1964 und den Olympischen Spielen von Tokio verbunden.
Tokio 1964 war für Japan weit mehr als ein Sportereignis. Die Spiele symbolisierten die Rückkehr des Landes auf die internationale Bühne und wurden von einem massiven Modernisierungsschub begleitet.
Die Grand Prix Olympia Auto 64 passt genau in diese Atmosphäre: eine technisch demonstrative, aufwendig ausgestattete japanische Automatikuhr, deren 64 Steine zugleich perfekt zum Jahr 1964 passten.
Auch im heutigen japanischen Sammlermarkt werden Grand Prix Olympia Auto Orient 64 ausdrücklich als Modelle aus dem Umfeld von 1964 gehandelt.
Eine frühe japanische Prestige-Automatik
Die Grand Prix war bei Orient keine gewöhnliche Modellreihe.
Sie stand für die gehobene mechanische Produktion der Marke – also jene Uhren, mit denen Orient gegenüber hochwertigen Modellen von Seiko und Citizen technische Kompetenz demonstrieren wollte.
Das macht die Grand Prix 64 heute besonders interessant: Sie stammt aus einer Zeit vor der Quarzrevolution, als Orient noch unmittelbar an der Spitze des japanischen mechanischen Wettrüstens beteiligt war.
Zifferblatt und Gestaltung
Das silberfarbene Zifferblatt besitzt einen feinen Sonnenschliff und eine ausgesprochen klassische Architektur.
Breite, facettierte goldfarbene Stabindizes wechseln mit schlankeren Markierungen. Bei 12 Uhr sitzt ein markanter Doppelindex.
Die goldfarbenen Dauphine-artigen Zeiger und die feine Zentralsekunde greifen die Farbe des Gehäuses auf.
Bei 3 Uhr liegt ein gerahmtes Datumsfenster.
Trotz der technisch beinahe exzessiven Werkbezeichnung bleibt die Vorderseite überraschend elegant. Gerade diese Spannung zwischen zurückhaltender Dresswatch-Ästhetik und dem ungewöhnlichen 64-Stein-Werk macht das Modell aus.
Gehäuse
Das goldfarbene Gehäuse besitzt klassische, kräftig facettierte Bandanstöße und eine schmale Lünette.
Die Form ist typisch für hochwertige japanische Dresswatches der frühen 1960er-Jahre: groß genug, um Präsenz zu zeigen, aber deutlich eleganter als die späteren Sportuhren der 1970er-Jahre.
Das schwarze Lederband ist ein späterer Ersatz.
Zustand
Die Uhr befindet sich in authentischem Vintage-Zustand.
Das Zifferblatt ist attraktiv erhalten und zeigt altersentsprechende Spuren. Das goldfarbene Gehäuse besitzt nur moderate Abrieb und Gebrauchsspuren, auch an exponierten Kanten, was dieses Exemplar besonders macht. Modelle dieses Typs in einem derart guten Zustand zu finden ist auch in Japan sehr schwer.
Der tatsächliche Zustand ist auf den Produktfotos unretuschiert dargestellt und Bestandteil der vereinbarten Beschaffenheit.
Sammlerischer Reiz
Die Grand Prix Olympia Auto Orient 64 besitzt innerhalb der frühen Orient-Geschichte eine Sonderstellung.
Sie verbindet:
eine der höchsten Steinanzahlen einer japanischen Serienuhr dieser Epoche,
ein aufwendig konstruiertes Orient-Automatikwerk,
die Grand-Prix-Prestigelinie,
den Olympia-Bezug der frühen 1960er-Jahre
und klassisches japanisches High-End-Design vor der Quarzära.
Gute Exemplare sind deutlich schwieriger zu finden als die späteren Standard-Automatikmodelle der Marke. Im japanischen Markt schwanken die Preise stark nach Zustand und Vollständigkeit; besonders hochwertige Grand-Prix-64-Varianten erzielen dort sehr hohe Preise.
Technische Daten
Marke: Orient
Modell: Grand Prix Olympia Auto Orient 64
Epoche: ca. 1963/1964
Werk: Orient Automatik, Grand-Prix-64-Familie
Kaliberfamilie: wahrscheinlich Cal. 676
Steine: 64 Jewels
Aufzug: Automatik
Funktionen: Stunde, Minute, Zentralsekunde, Datum
Stoßsicherung: Antishock
Zifferblatt: Silber / Sonnenschliff
Indizes und Zeiger: goldfarben
Gehäuse: goldfarben
Band: schwarzes Lederband
Herkunft: Japan
Gewährleistung (gebraucht)
Es handelt sich um einen gebrauchten Artikel. Die Verjährungsfrist für Mängelansprüche im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistung beträgt 12 Monate ab Lieferung.
Hinweis zur Wasserdichtigkeit
Bei dieser Vintage-Uhr wird keine aktuelle Wasserdichtigkeit zugesichert.
Um das historische Uhrwerk zu schützen, sollte die Uhr nicht mit Wasser oder Feuchtigkeit in Berührung kommen.
Gesetzliche Gewährleistung:
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