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Rarität: Citizen Highness 36000 – Ref. 4-740203 Y – Kaliber 7430, 36.000 A/h Automatik, Chronometerqualität – blaues Zifferblatt – Oktober 1971 – frisch revidiert

Rarität: Citizen Highness 36000 – Ref. 4-740203 Y – Kaliber 7430, 36.000 A/h Automatik, Chronometerqualität – blaues Zifferblatt – Oktober 1971 – frisch revidiert

Zehn Schläge pro Sekunde, aus Tokio.

Während Seiko mit Grand Seiko und King Seiko die japanische Spitzenklasse besetzte, baute Citizen in denselben Jahren Uhren, die technisch mithielten – und heute deutlich seltener zu finden sind.

Die Highness war die höchste davon.

Was „Highness" bedeutet

Citizen führte die Bezeichnung als Spitzenausführung der Leopard-Reihe ein. Der Unterschied lag nicht im Gehäuse und nicht im Zifferblatt, sondern im Werk: Highness-Modelle liefen durchweg mit 36.000 Halbschwingungen pro Stunde und waren auf Chronometerniveau reguliert.

Citizen selbst beschrieb die Reihe als „excellent class of chronometer". Eine offizielle Zertifizierung durch eine unabhängige Prüfstelle trugen die Highness-Modelle nicht – die hauseigene Prüfung war aber streng, und die von Citizen veröffentlichten Toleranzen lagen für die Spitzengrade in einem Bereich, den die heutige Schweizer Chronometerprüfung nicht unterbietet.

Preislich positionierte Citizen die Highness auf dem Niveau der King Seiko. In der Sache trat sie gegen die Grand Seiko 61GS an – das automatische 36.000er-Werk aus dem Suwa-Werk, das in diesen Jahren Seikos technische Spitze darstellte.

Wer beide Wege vergleichen will, kann das hier unmittelbar tun: Im selben Bestand finden Sie eine Grand Seiko 61GS mit demselben 36.000er-Automatikwerk aus dem Suwa-Werk. Sie kostet ca. das Doppelte. Der Unterschied liegt nicht in der Frequenz, nicht im Anspruch und nicht im Baujahr – sondern im Namen auf dem Zifferblatt und in der Bekanntheit der Marke unter Sammlern.

Was 36.000 Halbschwingungen bedeuten

Zehn Schläge pro Sekunde. Das ist die Frequenz, die in den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren als technisches Maximum galt und die nur wenige Hersteller in Serie beherrschten.

Die Logik dahinter: Je schneller die Unruh schwingt, desto weniger wirken sich äußere Störungen – Stöße, Lageänderungen, Beschleunigungen beim Tragen – auf den Gang aus. Eine schnell schwingende Unruh kehrt rascher in ihren Rhythmus zurück. Der Preis ist höherer Verschleiß und ein anspruchsvollerer Aufbau, weshalb solche Werke ausschließlich in Spitzenlinien verbaut wurden.

Sichtbar wird das an der Sekunde: Sie läuft nicht in Schritten, sondern in einer nahezu gleitenden Bewegung.

Das Kaliber 7430

  • Automatik, 36.000 Halbschwingungen pro Stunde
  • Datumsanzeige bei drei Uhr mit Schnellverstellung
  • Auf Chronometerniveau reguliert
  • Gefertigt von Citizen, Japan

Das 7430 gehört zur 74er-Werkfamilie, der Datumsausführung innerhalb der Citizen-Hochfrequenzwerke. Das verwandte Kaliber 7230 trägt zusätzlich einen Wochentag; die reine Datumsvariante lässt das Zifferblatt ruhiger wirken und verzichtet auf den breiten Doppelblock der Tag-Datum-Modelle.

Die Werkfamilie lässt sich an der Referenz ablesen: Die Gehäusenummer 4-740203 Y verweist unmittelbar auf das 74er-Kaliber. Der Gehäuseboden trägt zudem die Prägung AUTOMATIC sowie die Seriennummer 11030762.

„Para Water"

Daneben steht auf dem Boden ein Wort, das es heute nicht mehr gibt: PARA WATER.

Citizen prägte es 1959 für die erste vollständig wasser- und staubdichte Armbanduhr aus japanischer Fertigung – „para" für Schutz, „water" für das, wovor geschützt wurde. Die Konstruktion beruhte auf O-Ringen aus einem eigens entwickelten Nitrilkautschuk und war für 50 Meter ausgelegt.

Citizen bewies die Technik damals öffentlich: 1962 nahm Kenichi Horie zwei Parawater mit, als er als erster Mensch den Pazifik allein und ohne Zwischenstopp in einem Segelboot überquerte. Ab 1963 befestigte Citizen Parawater an Forschungsbojen und setzte sie in den Kuroshio-Strom aus; Jahre später wurden Bojen an der amerikanischen Westküste geborgen – die Uhren liefen noch.

Die Bezeichnung verschwand kurz nach der Entstehungszeit dieser Uhr aus dem Citizen-Programm.

Zifferblatt und Gehäuse

Das Zifferblatt ist in einem tiefen, gedeckten Blau gehalten, das je nach Licht zwischen Marineblau und fast Schwarz wechselt. Die Fläche ist glatt und zurückhaltend – kein Sonnenschliff, keine Struktur, keine Leuchtmasse.

Die Stundenmarkierungen sind applizierte, facettierte Batons mit polierten Flanken und cremefarbener Oberseite; bei zwölf Uhr als Doppelindex ausgeführt. Sie sind der einzige helle Punkt auf einer sonst dunklen Fläche und tragen den Kontrast allein. Dazu schlanke polierte Zeiger und eine feine Zentralsekunde.

Beschriftet ist das Blatt in zwei Zeilen: oben CITIZEN / AUTOMATIC, unten das CH-Emblem der Highness-Reihe mit der Angabe 36000. Mehr steht nicht darauf – und mehr braucht es nicht.

Das Datumsfenster bei drei Uhr ist von einem applizierten, polierten Rahmen eingefasst.

Das Edelstahlgehäuse hat eine kantige, flächig geschnittene Form mit breit auslaufenden Bandanstößen und einer schmalen, flach ausgeführten Lünette. Mit 37,3 mm Durchmesser bei 42 mm Horn zu Horn und nur 10,3 mm Höhe ist es kräftig proportioniert und bleibt dabei flach.

Das Mineralglas ist flach mit facettierter Randkante – eine Citizen-Eigenheit jener Jahre, die das Licht am Zifferblattrand bricht.

Zustand

Technisch einwandfrei. Die Uhr wurde im Spätsommer 2026 in Japan von einem Uhrmacher fachgerecht revidiert – vollständig zerlegt, gereinigt, geölt und reguliert. Dabei wurde ein Zahnrad des Kalendermechanismus ersetzt; Automatikaufzug und Datumsschnellverstellung arbeiten einwandfrei.

Gerade bei einem Werk mit 36.000 Halbschwingungen ist das der entscheidende Punkt. Die hohe Frequenz bedeutet doppelt so viele Schwingungen wie bei einem Werk mit 18.000 A/h und entsprechend höheren Verschleiß. Eine reine Reinigung genügt bei diesen Kalibern häufig nicht – hier wurde ersetzt, was zu ersetzen war, statt es zu übergehen.

Das Zifferblatt ist sehr gut erhalten: Die blaue Fläche ist gleichmäßig, ohne Flecken, Aufhellungen oder Verfärbungen. Die applizierten Indizes sitzen fest und sind ohne Korrosion, Beschriftung und CH-Emblem sind vollständig und scharf, der Datumsrahmen ist intakt.

Das Edelstahlgehäuse zeigt altersgerechte Tragespuren; die Flächenübergänge sind erhalten, die Uhr wurde nicht überpoliert. Der Gehäuseboden weist die üblichen feinen Kratzer vom Öffnen und Tragen auf; sämtliche Prägungen sind vollständig und klar lesbar. Das Glas ist klar; die facettierte Randkante ist unbeschädigt.

Montiert ist ein neues blaues Straußenlederarmband, das den Ton des Zifferblatts aufnimmt.

Technische Daten

  • Marke / Linie: Citizen, Highness 36000
  • Referenz: 4-740203 Y
  • Seriennummer: 11030762
  • Produktionsdatum: Oktober 1971
  • Werk: Citizen Kaliber 7430, Automatik, 36.000 A/h, auf Chronometerniveau reguliert
  • Funktionen: Stunden, Minuten, Zentralsekunde, Datum mit Schnellverstellung
  • Gehäuse: Edelstahl, Boden mit Parawater-Kennzeichnung
  • Durchmesser (ohne Krone): 37,3 mm
  • Höhe: 10,3 mm
  • Lug-to-Lug: 42 mm
  • Bandanstoßbreite: 18 mm
  • Gewicht (inkl. Band): 51 g
  • Band: neues blaues Straußenlederarmband
  • Glas: Mineralglas, flach mit facettierter Randkante
  • Revision: Spätsommer 2026, Japan – vollständige Zerlegung, Reinigung, Ölung, Regulierung, Austausch eines Kalenderzahnrads

Für wen

Für wahre Kenner und für alle, die eine japanische Hochfrequenzuhr der frühen 1970er-Jahre suchen und den Grand-Seiko-Aufschlag nicht zahlen wollen. Gleiche Frequenz, gleicher Anspruch, gleiche Zeit, halber Preis.

Für Sammler, die japanische Uhren jenseits von Seiko sammeln. Die Highness ist Citizens Antwort auf Grand Seiko und King Seiko – und trotzdem kennen sie deutlich weniger Menschen.

Für alle, die ein 36.000er-Werk am Handgelenk haben wollen. Diese Frequenz war um 1971 die Spitze des technisch Möglichen und ist es in gewisser Weise geblieben – nur wenige Manufakturen bauen heute Werke dieser Art. Dass dieses Exemplar mit erneuertem Kalenderzahnrad aus der Revision kommt, ist dabei kein Detail, sondern die Voraussetzung dafür, dass man es täglich tragen kann.

Für Liebhaber zurückhaltender Zifferblätter. Ein tiefes Blau, applizierte Indizes, zwei Zeilen Schrift, ein Datumsfenster. Keine Leuchtmasse, kein Muster, keine dritte Zeile. Das ist eine Gestaltungshaltung, die man sich leisten können muss.

Und für alle, die eine Uhr suchen, bei der die Geschichte auf dem Gehäuseboden weitergeht: Parawater war das Wort, mit dem Citizen bewies, dass eine japanische Uhr jahrelang im offenen Pazifik überlebt.

Gewährleistung (gebraucht)
Es handelt sich um einen gebrauchten Artikel. Die Verjährungsfrist für Mängelansprüche (gesetzliche Gewährleistung) beträgt 12 Monate ab Lieferung.

Hinweis
Da es sich um eine Vintage-Uhr handelt, kann keine Wasserdichtigkeit zugesichert werden. Um das Uhrwerk zu schützen, sollte die Uhr nicht mit Wasser oder Feuchtigkeit in Berührung kommen.

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