Seiko 5 – Ref. 6119-8031 – Kaliber 6119, 21 Steine, Suwa Seikosha – geriffelte Lünette – Juli 1968 – frisch revidiert
Seiko 5 – Ref. 6119-8031 – Kaliber 6119, 21 Steine, Suwa Seikosha – geriffelte Lünette – Juli 1968 – frisch revidiert
Eine Seiko 5, die nicht nach Werkzeug aussieht.
Die geriffelte Lünette ist der Grund. Statt einer glatten polierten Fläche umläuft eine feine, gleichmäßige Kerbung das Zifferblatt – ein Motiv, das Licht in dutzenden kleinen Reflexen bricht und der Uhr eine Förmlichkeit gibt, die man von der Seiko-5-Reihe sonst nicht kennt.
Was die Fünf bedeutet
Seiko führte die Seiko 5 im Jahr 1963 ein, und die Ziffer war keine Modellnummer, sondern ein Versprechen – fünf Merkmale, die jede Uhr der Reihe zu erfüllen hatte:
- Automatikaufzug
- Tages- und Datumsanzeige in einem gemeinsamen Fenster
- Wasserdichtigkeit
- Versenkte Krone bei vier Uhr
- Robustes Gehäuse und Werk
Die Seiko 5 wurde damit zu dem, was Seiko im eigenen Land groß machte: eine Uhr, die alles konnte, was man brauchte, kaum etwas kostete und jahrzehntelang lief. Sie wurde in Stückzahlen gebaut, die sich mit europäischen Maßstäben nicht vergleichen lassen.
Innerhalb dieser Reihe steht die 6119-8031 für die zivile Seite. Während die Sports-Modelle auf Robustheit und Tauchtauglichkeit ausgelegt waren, richtete sich diese Ausführung an den Büroalltag: helles Zifferblatt, geriffelte Lünette, klassische Proportionen. Eine Uhr, die man zum Hemd trug und nicht zum Overall.
Suwa und Daini
Das Kaliber 6119 stammt aus dem Suwa-Werk, erkennbar am kleinen Wirbelzeichen auf Zifferblatt und Gehäuseboden.
Seiko unterhielt über Jahrzehnte zwei vollständig getrennte Fertigungen, die gegeneinander antraten: Suwa Seikosha in Nagano und Daini Seikosha in Tokio. Suwa entwickelte Grand Seiko, Daini die King Seiko. Was dabei selten gesagt wird: Dieselben Werke, die an den Spitzenmodellen arbeiteten, konstruierten auch die Massenkaliber. Die Fertigungsdisziplin, die eine Grand Seiko brauchte, kam den einfachen Uhren unmittelbar zugute.
Genau darin liegt der Grund, warum eine Seiko 5 von 1968 nach einer Revision heute wieder zuverlässig läuft, während viele europäische Uhren derselben Preisklasse längst verschwunden sind.
Das Kaliber 6119
- Automatik, 21 Steine
- 21.600 Halbschwingungen pro Stunde
- Tag und Datum in einem gemeinsamen Fenster
- Datumsschnellverstellung durch Druck auf die Krone
- Zweisprachige Tagesscheibe, Japanisch und Englisch
- Gefertigt von Suwa Seikosha
Drei Dinge zur Bedienung:
Kein Handaufzug. Das 6119 lässt sich nicht von Hand aufziehen. Liegt die Uhr länger, startet man sie durch leichtes Schwenken; nach einigen Sekunden läuft sie an.
Datum ja, Wochentag nein. Die frühen Ausführungen des Kalibers 6119 – zu denen diese Uhr von Juli 1968 gehört – haben eine Schnellverstellung ausschließlich für das Datum: Man drückt die Krone, das Datum springt weiter. Der Wochentag wird eingestellt, indem man die Zeiger über Mitternacht vordreht. Erst eine spätere Werkgeneration stellte beides über die Krone. Das ist konstruktionsbedingt und kein Defekt.
Nicht nachts schalten. Die Kalenderumschaltung sollte, wie bei allen Seiko-Werken dieser Bauart, nicht zwischen etwa 21 und 3 Uhr vorgenommen werden, da dann der Schaltmechanismus bereits im Eingriff steht.
Zifferblatt und Gehäuse
Das Zifferblatt ist ein helles Silber mit feinem radialem Sonnenschliff, der von der Mitte nach außen läuft. Die Stundenmarkierungen sind applizierte, facettierte Batons; außen auf dem abgesetzten Reifen sitzen zusätzlich kleine Leuchtpunkte, die das Ablesen bei Dunkelheit ermöglichen, ohne das Zifferblatt selbst zu belasten. Dazu schlanke polierte Zeiger.
Beschriftet ist das Blatt mit dem SEIKO-Schriftzug und dem 5er-Schild oberhalb der Mitte sowie 21 JEWELS mit dem Suwa-Zeichen unterhalb. Das Kalenderfenster bei drei Uhr ist mit einem applizierten Rahmen eingefasst und zeigt Wochentag und Datum.
Die zweisprachige Tagesscheibe folgt der japanischen Kalenderkonvention: Sonntag in Rot, Samstag in Blau.
Das Edelstahlgehäuse trägt die geriffelte Lünette, deren Kerbung über den gesamten Umfang gleichmäßig durchläuft. Mit 36,7 mm Durchmesser bei 42,7 mm Horn zu Horn und 11,4 mm Höhe ist es klassisch proportioniert und passt an praktisch jedes Handgelenk.
Zustand
Technisch einwandfrei. Die Uhr wurde im Frühjahr/Sommer 2026 in Japan von einem Uhrmacher fachgerecht revidiert – vollständig zerlegt, gereinigt, geölt und reguliert. Automatikaufzug sowie die Schnellverstellung für das Datum arbeiten einwandfrei.
Das Zifferblatt ist gut erhalten: Der Sonnenschliff läuft gleichmäßig durch, ohne Flecken oder Verfärbungen. Die Beschriftung ist vollständig und scharf, die applizierten Indizes sitzen fest, der Kalenderrahmen ist intakt. Die Leuchtpunkte auf dem äußeren Reifen sind altersbedingt zu einem warmen Cremeton nachgedunkelt und leuchten nicht mehr – bei Uhren dieser Zeit die Regel.
Das Edelstahlgehäuse zeigt altersgerechte Tragespuren. Die geriffelte Lünette ist vollständig erhalten; die Kerbung läuft über den gesamten Umfang gleichmäßig durch, ohne Abrieb oder Beschädigungen. Der Gehäuseboden weist Kratzer vom Öffnen und Tragen auf; sämtliche Prägungen – Referenz 6119-8031, Seriennummer, Suwa-Zeichen – sind vollständig und klar lesbar. Das Glas ist klar.
Montiert ist ein Edelstahlarmband eines Drittanbieters; es ist nicht das Originalband von Seiko.
Technische Daten
- Marke / Linie: Seiko 5
- Referenz: 6119-8031
- Seriennummer: 874558
- Produktionsdatum: Juli 1968
- Werk: Seiko Kaliber 6119, Automatik ohne Handaufzug, 21 Steine, 21.600 A/h
- Hersteller: Suwa Seikosha, Japan
- Funktionen: Stunden, Minuten, Zentralsekunde, Tag und Datum, Datumsschnellverstellung per Kronendruck, Tagesscheibe zweisprachig (Japanisch/Englisch)
- Gehäuse: Edelstahl, geriffelte Lünette, Boden mit „WATER PROOF"-Kennzeichnung
- Durchmesser (ohne Krone): 36,7 mm
- Höhe: 11,4 mm
- Lug-to-Lug: 42,7 mm
- Bandanstoßbreite: 19 mm
- Gewicht (inkl. Band): 73 g
- Band: Edelstahlarmband eines Drittanbieters
- Glas: Mineralglas
- Revision: Frühjahr/Sommer 2026, Japan – vollständige Zerlegung, Reinigung, Ölung, Regulierung
Für wen
Für den Einstieg in die mechanische Seiko-Sammlung. Die Seiko 5 ist die zugänglichste Möglichkeit, ein Automatikwerk aus der Suwa-Fertigung am Handgelenk zu tragen – aus demselben Haus und derselben Zeit wie die deutlich teureren Lord Matic.
Für alle, die eine Vintage-Uhr suchen, die zum Hemd passt. Die gut erhaltene geriffelte Lünette und das helle Sonnenschliff-Zifferblatt machen aus einer Gebrauchsuhr eine Uhr, die man auch im Büro trägt.
Und für alle, die nicht schonen wollen. Diese Uhr hat siebenundfünfzig Jahre Dienst hinter sich, trägt die Spuren davon und läuft nach der Revision wieder so, wie sie soll.
Gewährleistung (gebraucht)
Es handelt sich um einen gebrauchten Artikel. Die Verjährungsfrist für Mängelansprüche (gesetzliche Gewährleistung) beträgt 12 Monate ab Lieferung.
Hinweis
Da es sich um eine Vintage-Uhr handelt, kann keine Wasserdichtigkeit zugesichert werden. Um das Uhrwerk zu schützen, sollte die Uhr nicht mit Wasser oder Feuchtigkeit in Berührung kommen.
Gesetzliche Gewährleistung:
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