Seiko 5 Sports 6119-6020 – Kaliber 6119, 21 Steine, Suwa Seikosha – Innenlünette über die Krone, „Water 70 Proof" – November 1968 – frisch revidiert
Seiko 5 Sports 6119-6020 – Kaliber 6119, 21 Steine, Suwa Seikosha – Innenlünette über die Krone, „Water 70 Proof" – November 1968 – frisch revidiert
Eine Krone. Drei Funktionen.
Man dreht sie, und der schwarze Ring im Inneren der Uhr dreht sich mit. Man drückt sie, und das Datum springt weiter. Man zieht sie, und man stellt die Zeit.
Diese Konstruktion ist das Merkmal dieser Referenz – und der Grund, warum sie unter Sammlern deutlich gesuchter ist als die gewöhnlichen Seiko-5-Modelle derselben Jahre.
Die Innenlünette
Der schwarze Ring mit der 60er-Teilung und dem Dreieck bei zwölf Uhr liegt unter dem Glas, nicht darüber. Er lässt sich über die versenkte Krone bei vier Uhr drehen.
Der praktische Nutzen ist derselbe wie bei einer Taucherlünette: Man stellt das Dreieck auf den Minutenzeiger und liest die verstrichene Zeit ab – für Parkuhren, Kochzeiten, Besprechungen, Tauchgänge. Der konstruktive Vorteil gegenüber einer außenliegenden Drehlünette ist erheblich: Der Ring kann nicht versehentlich verstellt werden, er verschmutzt nicht, er verschleißt nicht, und er beeinträchtigt die Dichtigkeit des Gehäuses nicht.
Der Preis dafür war Aufwand. Eine Innenlünette braucht ein zusätzliches Zahnradsystem und eine Krone, die zwei voneinander unabhängige Aufgaben erfüllt. Dass Seiko das in einer Uhr der Seiko-5-Reihe verbaute – also im unteren Drittel des Programms – sagt einiges über den Anspruch der Jahre um 1968.
Was die Fünf bedeutet
Seiko führte die Seiko 5 im Jahr 1963 ein, und die Ziffer war keine Modellnummer, sondern ein Versprechen – fünf Merkmale, die jede Uhr der Reihe zu erfüllen hatte:
- Automatikaufzug
- Tages- und Datumsanzeige in einem gemeinsamen Fenster
- Wasserdichtigkeit
- Versenkte Krone bei vier Uhr
- Robustes Gehäuse und Werk
Der vierte Punkt ist derjenige, den man am Handgelenk spürt. Die Krone sitzt nicht bei drei Uhr, wo sie bei jeder Handbewegung gegen den Handrücken drückt, sondern versenkt bei vier. Man merkt sie schlicht nicht mehr. Und weil sie tiefer im Gehäuse liegt, ist sie besser gegen Stöße und eindringendes Wasser geschützt.
Die Seiko 5 wurde damit zu dem, was Seiko im eigenen Land groß machte: eine Uhr, die alles konnte, was man brauchte, kaum etwas kostete und jahrzehntelang lief.
Die Sports-Ausführungen standen innerhalb der Reihe für die robusteren Gehäuse und die höhere Wasserdichtigkeit – hier 70 Meter, auf dem Zifferblatt als „WATER 70 PROOF" und auf dem Gehäuseboden als „WATER PROOF" ausgewiesen.
Suwa und Daini
Das Kaliber 6119 stammt aus dem Suwa-Werk, erkennbar am kleinen Wirbelzeichen auf Zifferblatt und Gehäuseboden.
Seiko unterhielt über Jahrzehnte zwei vollständig getrennte Fertigungen, die gegeneinander antraten: Suwa Seikosha in Nagano und Daini Seikosha in Tokio. Suwa entwickelte Grand Seiko, Daini die King Seiko. Was dabei selten gesagt wird: Dieselben Werke, die an den Spitzenmodellen arbeiteten, konstruierten auch die Massenkaliber. Die Fertigungsdisziplin, die eine Grand Seiko brauchte, kam den einfachen Uhren unmittelbar zugute.
Genau darin liegt der Grund, warum eine Seiko 5 von 1968 nach einer Revision heute wieder zuverlässig läuft, während viele europäische Uhren derselben Preisklasse längst verschwunden sind.
Das Kaliber 6119 – und wie man es bedient
- Automatik, 21 Steine
- 21.600 Halbschwingungen pro Stunde
- Tag und Datum in einem gemeinsamen Fenster bei drei Uhr
- Datumsschnellverstellung durch Druck auf die Krone
- Steuerung der Innenlünette über dieselbe Krone
- Zweisprachige Tagesscheibe, Japanisch und Englisch
- Gefertigt von Suwa Seikosha
Drei Dinge, die man wissen sollte:
Kein Handaufzug. Das 6119 lässt sich nicht von Hand aufziehen. Liegt die Uhr länger, startet man sie durch leichtes Schwenken; nach einigen Sekunden läuft sie an.
Datum ja, Wochentag nein. Das Kaliber 6119 gibt es in mehreren Generationen. Die frühen Ausführungen – zu denen diese Uhr von November 1968 gehört – haben eine Schnellverstellung ausschließlich für das Datum: Man drückt die Krone, das Datum springt weiter. Der Wochentag hat keine Schnellverstellung und wird eingestellt, indem man die Zeiger über Mitternacht vordreht, bis der richtige Tag erscheint. Erst die später gebaute C-Generation stellte beides über die Krone. Das ist konstruktionsbedingt und kein Defekt.
Nicht nachts schalten. Die Kalenderumschaltung sollte, wie bei allen Seiko-Werken dieser Bauart, nicht zwischen etwa 21 und 3 Uhr vorgenommen werden, da dann der Schaltmechanismus bereits im Eingriff steht.
Zifferblatt und Gehäuse
Das Zifferblatt ist zweigeteilt: In der Mitte eine silberne Fläche mit feinem Sonnenschliff, außen der tiefer liegende drehbare schwarze Ring. Dieser gestufte Aufbau gibt der Uhr eine Räumlichkeit, die flache Zifferblätter nicht haben.
Die Stundenmarkierungen sind applizierte, facettierte Batons mit Leuchtmassefüllung, dazu breite Zeiger mit Leuchtkanal und eine rote Zentralsekunde mit Gegengewichtsring – der einzige Farbakzent neben dem blauen SPORTS-Schriftzug.
Beschriftet ist das Blatt mit dem SEIKO-Schriftzug und dem 5er-Schild, darunter SPORTS / WATER 70 PROOF / 21 JEWELS sowie das Suwa-Zeichen.
Die zweisprachige Tagesscheibe folgt der japanischen Kalenderkonvention: Sonntag in Rot, Samstag in Blau.
Das Edelstahlgehäuse hat eine kissenförmige, weich gerundete Kontur mit breiter, flach polierter Lünette – die typische Gehäuseform der späten 1960er-Jahre. Mit 38 mm Durchmesser und 12,5 mm Höhe ist es kräftiger dimensioniert als die Dress-Watches derselben Zeit, bleibt durch nur 42,7 mm Horn zu Horn aber am Handgelenk gut beherrschbar.
Zustand
Technisch einwandfrei. Die Uhr wurde im Frühjahr/Sommer 2026 in Japan von einem Uhrmacher fachgerecht revidiert – vollständig zerlegt, gereinigt, geölt und reguliert. Automatikaufzug, Datumsschnellverstellung und die Steuerung der Innenlünette arbeiten einwandfrei.
Das Zifferblatt ist für das Alter gut erhalten: Der Sonnenschliff läuft gleichmäßig durch, ohne Flecken, Verfärbungen oder Feuchtigkeitsspuren. Die Beschriftung ist vollständig und scharf, die applizierten Indizes sitzen fest, der schwarze Lünettenring ist unbeschädigt und vollständig beschriftet, der Kalenderrahmen intakt.
Die Leuchtmasse in Indizes und Zeigern ist altersbedingt gleichmäßig zu einem warmen Graugrün nachgedunkelt und leuchtet nicht mehr. Bei Uhren dieser Zeit ist das die Regel – und weil die Alterung hier über das gesamte Zifferblatt gleichmäßig verlaufen ist, wirkt sie stimmig statt fleckig.
Das Glas ist klar. Das Edelstahlgehäuse zeigt altersgerechte Tragespuren an Lünette, Kanten und Flanken. Der Gehäuseboden weist Kratzer vom Öffnen und Tragen auf; sämtliche Prägungen – Referenz 6119-6020, Seriennummer, Suwa-Zeichen – sind vollständig und klar lesbar.
Montiert ist ein Edelstahlarmband eines Drittanbieters in der zeittypischen Machart mit strukturierten Gliedern; es ist nicht das Originalband von Seiko.
Technische Daten
- Marke / Linie: Seiko 5 Sports
- Referenz: 6119-6020
- Seriennummer: 8N5820
- Produktionsdatum: November 1968
- Werk: Seiko Kaliber 6119 (frühe Ausführung), Automatik ohne Handaufzug, 21 Steine, 21.600 A/h
- Hersteller: Suwa Seikosha, Japan
- Funktionen: Stunden, Minuten, Zentralsekunde, Tag und Datum, Datumsschnellverstellung per Kronendruck, innenliegende Drehlünette über die Krone steuerbar, Tagesscheibe zweisprachig (Japanisch/Englisch)
- Gehäuse: Edelstahl, versenkte Krone bei vier Uhr, Boden mit „WATER PROOF"-Kennzeichnung
- Durchmesser (ohne Krone): 38 mm
- Höhe: 12,5 mm
- Lug-to-Lug: 42,7 mm
- Bandanstoßbreite: 19 mm
- Gewicht (inkl. Band): 81 g
- Band: Edelstahlarmband eines Drittanbieters
- Glas: Acrylglas
- Revision: Frühjahr/Sommer 2026, Japan – vollständige Zerlegung, Reinigung, Ölung, Regulierung
Für wen
Für alle, die eine Uhr mit einem Mechanismus suchen, den man erklären kann. Eine Innenlünette, die über die Krone gesteuert wird, und eine Datumsschnellverstellung über dieselbe Krone – das ist Konstruktionsarbeit, wie sie heute in einer Uhr dieser Preisklasse nicht mehr stattfindet.
Für den täglichen Gebrauch. Man stellt das Dreieck auf den Minutenzeiger, und die Uhr zählt mit – ohne Batterie, ohne App, ohne dass man daran denken muss.
Für den Einstieg in die mechanische Seiko-Sammlung: dasselbe Werk aus derselben Suwa-Fertigung wie die deutlich teureren Lord Matic, in einem Gehäuse, das man tragen und nicht schonen muss.
Und für alle, die eine robuste Vintage-Uhr suchen. 70 Meter Wasserdichtigkeit, ein kissenförmiges Gehäuse und eine geschützte Krone waren 1968 an einer Alltagsuhr eine Ansage – und sind der Grund, warum diese Referenz sechsundfünfzig Jahre überstanden hat.
Gewährleistung (gebraucht)
Es handelt sich um einen gebrauchten Artikel. Die Verjährungsfrist für Mängelansprüche (gesetzliche Gewährleistung) beträgt 12 Monate ab Lieferung.
Hinweis
Da es sich um eine Vintage-Uhr handelt, kann keine Wasserdichtigkeit zugesichert werden. Um das Uhrwerk zu schützen, sollte die Uhr nicht mit Wasser oder Feuchtigkeit in Berührung kommen.
Gesetzliche Gewährleistung:
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