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Seiko 5 Sports JDM Speed-Timer 7017-6010 – Kaliber 7017, Flyback-Chronograph mit Innenlünette, Daini Seikosha – Februar 1971 – frisch revidiert

Seiko 5 Sports JDM Speed-Timer 7017-6010 – Kaliber 7017, Flyback-Chronograph mit Innenlünette, Daini Seikosha – Februar 1971 – frisch revidiert

Man drückt auf den unteren Drücker, und der Chronograph springt auf null zurück – während er weiterläuft. Kein Stoppen, kein Zurücksetzen, kein Neustarten. Ein Druck, und die Messung beginnt von vorn.

Das nennt man Flyback. Es ist eine Komplikation, die aus der Fliegerei kommt, bei der Sekunden zählten, und die man sonst an Uhren findet, die ein Vielfaches kosten.

Die Antwort aus Tokio

1969 stellte Seikos Suwa-Werk das Kaliber 6139 vor – einen der ersten automatischen Chronographen der Welt, mit dem die Marke international bekannt wurde.

Ein Jahr später antwortete das konkurrierende Daini-Werk in Tokio mit dem Kaliber 7017.

Seiko unterhielt über Jahrzehnte zwei vollständig getrennte Fertigungen, die gegeneinander antraten – Suwa entwickelte Grand Seiko, Daini die King Seiko –, und die Konzernleitung förderte das ausdrücklich. Bei den Chronographen führte dieser Wettbewerb zu zwei völlig unterschiedlichen Konstruktionen für dieselbe Aufgabe.

Daini setzte dabei zwei Akzente, die das 7017 bis heute auszeichnen:

Es war das flachste. Mit 5,9 mm Bauhöhe stellte das Kaliber 7017 bei seiner Vorstellung einen Weltrekord für automatische Chronographenwerke auf. Wer eine 6139 und eine 7017 nebeneinanderlegt, sieht den Unterschied sofort.

Es konnte Flyback. Das 6139 kann das nicht.

Den Blitz des Daini-Werks trägt diese Uhr an zwei Stellen: auf dem Zifferblatt unter dem Schriftzug WATER 70m PROOF und auf dem Gehäuseboden.

Drei Zeiger, ein Ring – wie die Uhr funktioniert

Diese Uhr hat nur drei Zeiger: Stunde, Minute und den orangefarbenen Chronographenzeiger. Es gibt kein Hilfszifferblatt, keinen Minutenzähler, keine kleine Sekunde. Die Zifferblattfläche bleibt dadurch außergewöhnlich ruhig – und das ist der Punkt, an dem die meisten stutzen: Wie misst man damit mehr als eine Minute?

Über die innenliegende Drehlünette.

Der schwarze Ring mit der Teilung von 5 bis 55 liegt unter dem Glas und lässt sich drehen. Man stellt ihn beim Start der Messung auf den Minutenzeiger; der orange Zeiger läuft die Sekunden, der Minutenzeiger wandert über den Ring, und man liest die abgelaufene Zeit ohne Rechnen ab.

Damit ergibt auch der Flyback plötzlich Sinn. Ein Chronograph, der auf sechzig Sekunden ausgelegt ist, lebt davon, dass man ihn schnell hintereinander neu starten kann – Zwischenzeiten, Runden, Intervalle. Genau das leistet die Flyback-Rückstellung. Zwei Merkmale, die einzeln ungewöhnlich wirken, ergeben zusammen ein schlüssiges Instrument.

Der konstruktive Vorteil der Innenlünette gegenüber einem außenliegenden Drehring kommt hinzu: Sie kann nicht versehentlich verstellt werden, sie verschmutzt nicht, sie verschleißt nicht, und sie beeinträchtigt die Dichtigkeit des Gehäuses nicht.

Warum man sie selten sieht

Die 7017-Reihe wurde nur von 1970 bis 1972 gebaut, dann stellte Seiko sie ein. Sie umfasste lediglich eine Handvoll unterschiedlicher Referenzen, und sie wurde ausschließlich für den japanischen Binnenmarkt produziert – kein einziges Modell ging regulär in den Export.

Die Folge ist eindeutig: Während die Suwa-Chronographen 6139 und 6138 weltweit bekannt und in großer Zahl erhalten sind, kennen die 7017er selbst viele Seiko-Sammler nicht. Es gibt sie schlicht kaum.

Das Kaliber 7017

  • Automatikchronograph mit Flyback-Funktion
  • 21.600 Halbschwingungen pro Stunde
  • Zentraler Chronographenzeiger in Orange, Messbereich 60 Sekunden
  • Innenliegende Drehlünette zur Messung längerer Zeiträume
  • Tag und Datum mit Schnellverstellung, Tagesscheibe zweisprachig (Japanisch/Englisch)
  • 5,9 mm Werkhöhe – bei Markteinführung Weltrekord
  • Gefertigt von Daini Seikosha, Tokio

Zur Bedienung: Der obere Drücker startet und stoppt den Chronographen, der untere setzt zurück. Die Flyback-Funktion bedeutet, dass der untere Drücker auch bei laufendem Chronographen betätigt werden kann – der Zeiger springt auf null und läuft sofort wieder los.

Viele Sammler lassen den Chronographen dieser Werke dauerhaft mitlaufen. Das ist bei der 7017-Konstruktion unbedenklich und verteilt den Verschleiß gleichmäßiger.

Zifferblatt und Gehäuse

Das mattschwarze Zifferblatt ist in zwei Zonen gegliedert: innen die Zeitanzeige mit applizierten, leuchtmassegefüllten Batonindizes, außen der drehbare Ring mit feiner Teilung und weißer Bezifferung in Fünferschritten.

Der Schriftzug Speed-Timer steht in Orange direkt unter dem SEIKO-Logo, darunter das Schild der Seiko-5-Reihe. Am unteren Zifferblattrand SPORTS / WATER 70m PROOF mit dem Daini-Blitz.

Der zentrale Chronographenzeiger ist ebenfalls orange und damit der einzige Farbakzent auf schwarzem Grund – ein Gestaltungsmittel, das Seiko in diesen Jahren konsequent für seine Sportchronographen einsetzte.

Das Kalenderfenster bei drei Uhr ist von einem hell abgesetzten Rahmen eingefasst und zeigt Wochentag und Datum. Die Tagesscheibe ist zweisprachig und lässt sich zwischen Kanji und englischer Abkürzung umschalten; auf dem Foto steht der Dienstag 火.

Das Edelstahlgehäuse ist als weich gerundetes Kissen ausgeführt, mit polierten Flanken, gebürsteter Oberseite und einer schmalen, angeschrägten Lünette, die das Zifferblatt einfasst. Die beiden Drücker sitzen bei zwei und vier Uhr, die Krone dazwischen bei drei.

Es ist ein kräftiges Gehäuse – das ist der Preis für einen Chronographen mit Automatikaufzug, und es entspricht genau der Formensprache, für die die japanischen Sportuhren der frühen 1970er-Jahre heute gesucht sind.

Zustand

Technisch einwandfrei. Die Uhr wurde im Frühjahr/Sommer 2026 in Japan von einem Uhrmacher fachgerecht revidiert – vollständig zerlegt, gereinigt, geölt und reguliert. Automatikaufzug, Chronograph, Flyback-Funktion, Innenlünette sowie die Schnellverstellung für Tag und Datum arbeiten einwandfrei.

Das Zifferblatt ist gut erhalten: Die matte schwarze Fläche ist gleichmäßig, die Beschriftung – einschließlich des orangen Speed-Timer-Schriftzugs – vollständig und scharf, die applizierten Indizes sitzen fest, der drehbare Ring ist unbeschädigt beziffert, der Kalenderrahmen intakt.

Die Leuchtmasse in Indizes und Zeigern ist altersbedingt zu einem warmen Beige nachgedunkelt und leuchtet nicht mehr. Bei Uhren dieser Zeit ist das die Regel.

Das Edelstahlgehäuse zeigt deutliche, altersgerechte Tragespuren an Lünette, Kanten und Flanken – diese Uhr wurde getragen. Die Grundform ist erhalten, die Uhr wirkt nicht überpoliert. Die Drücker sind vollständig und funktionsfähig. Der Gehäuseboden weist Kratzer vom Öffnen und Tragen auf; sämtliche Prägungen – Referenz 7017-6010, Seriennummer, Daini-Blitz – sind vollständig und klar lesbar. Das Glas zeigt leichte Gebrauchsspuren.

Montiert ist ein Edelstahlarmband eines Drittanbieters; es ist nicht das Originalband von Seiko.

Technische Daten

  • Marke / Linie: Seiko 5 Sports, Speed-Timer
  • Referenz: 7017-6010
  • Seriennummer: 125647
  • Produktionsdatum: Februar 1971
  • Werk: Seiko Kaliber 7017, Automatikchronograph mit Flyback, 21.600 A/h, Werkhöhe 5,9 mm
  • Hersteller: Daini Seikosha, Japan
  • Funktionen: Stunden, Minuten, Chronograph (60 Sekunden, Zentralzeiger) mit Flyback-Rückstellung, innenliegende Drehlünette, Tag und Datum mit Schnellverstellung, Tagesscheibe zweisprachig (Japanisch/Englisch)
  • Gehäuse: Edelstahl, Kissenform, zwei Drücker, Boden mit „WATERPROOF"-Kennzeichnung
  • Durchmesser (ohne Krone): 43 mm
  • Höhe: 13,6 mm
  • Lug-to-Lug: 45,7 mm
  • Bandanstoßbreite: 19 mm
  • Gewicht (inkl. Band): 110 g
  • Band: Edelstahlarmband eines Drittanbieters
  • Glas: Mineralglas
  • Revision: Frühjahr/Sommer 2026, Japan – vollständige Zerlegung, Reinigung, Ölung, Regulierung

Für wen

Für Sammler, die japanische Chronographen ernst nehmen. Jeder kennt die 6139. Die 7017 aus dem konkurrierenden Daini-Werk kennen die wenigsten – dabei ist sie flacher, technisch anspruchsvoller und in weit kleineren Stückzahlen gebaut worden.

Für alle, die einen Flyback-Chronographen wollen. Diese Komplikation gibt es sonst in Preisklassen, die mit dieser Uhr nichts zu tun haben.

Für Freunde durchdachter Konstruktionen. Drei Zeiger, ein drehbarer Ring, eine Flyback-Rückstellung – zusammen ergibt das ein vollwertiges Messinstrument auf einem Zifferblatt, das ruhiger wirkt als jeder konventionelle Chronograph.

Und für Liebhaber der japanischen Sportuhren der frühen 1970er-Jahre: Kissengehäuse, mattschwarzes Zifferblatt, oranger Chronographenzeiger, zweisprachige Kanji-Tagesscheibe. Diese Kombination gab es nur in Japan und nur für zwei Jahre.

Gewährleistung (gebraucht)
Es handelt sich um einen gebrauchten Artikel. Die Verjährungsfrist für Mängelansprüche (gesetzliche Gewährleistung) beträgt 12 Monate ab Lieferung.

Hinweis
Da es sich um eine Vintage-Uhr handelt, kann keine Wasserdichtigkeit zugesichert werden. Um das Uhrwerk zu schützen, sollte die Uhr nicht mit Wasser oder Feuchtigkeit in Berührung kommen.

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