Seiko Quartz Type II – Ref. 4623-8030 – Kaliber 4623, Daini Seikosha – grünes Verlaufszifferblatt – Januar 1977
Seiko Quartz Type II – Ref. 4623-8030 – Kaliber 4623, Daini Seikosha – grünes Verlaufszifferblatt – Januar 1977
Ein grün schimmerndes Zifferblatt mit feiner senkrechter Streifung, goldene Indizes, kantiges Stahlgehäuse, Kanji-Tagesscheibe.
Das ist Japan, 1977.
Was „Type II" bedeutet
Die Bezeichnung steht nicht für eine Bauform, sondern für eine Preisklasse.
Als Seiko 1969 mit der Astron die erste Quarzarmbanduhr der Welt vorstellte, war Quarztechnik ein Luxusgut. Die frühen Quarzuhren der Kaliberreihen 38 und 48 kosteten ein Vielfaches einer guten Automatikuhr. Mitte der 1970er-Jahre änderte sich das: Die Fertigung wurde beherrschbar, die Stückzahlen stiegen, und Seiko konnte Quarzuhren für breite Käuferschichten anbieten.
Genau dafür führte das Unternehmen 1976 die Bezeichnung Type II ein – für Quarzuhren zwischen etwa ¥18.000 und ¥34.000. Das war immer noch mehr, als die meisten damaligen Seiko-Automatikuhren kosteten, aber es war erreichbar.
Die Reihe lief von 1976 bis 1984 und erreichte 1979 ihren Höhepunkt mit rund fünfundneunzig Modellen in einem einzigen Katalog. Danach nahm sie rasch ab; Anfang der 1980er-Jahre blieben nur noch wenige Referenzen, bevor Seiko die Bezeichnung durch das Kürzel SQ ersetzte.
Type II markiert damit einen konkreten Moment: den Übergang der Quarzuhr vom technischen Prestigeobjekt zur Alltagsuhr. Und weil die Modelle ausschließlich für den japanischen Markt gebaut wurden, tragen sie durchweg eine zweisprachige Tagesscheibe in Kanji und Englisch.
Suwa und Daini
Auf dem Zifferblatt und auf dem Gehäuseboden sitzt ein kleiner Blitz. Er bedeutet: Diese Uhr kommt aus Daini Seikosha in Tokio.
Seiko unterhielt über Jahrzehnte zwei vollständig getrennte Fertigungen, die gegeneinander antraten – Suwa Seikosha in Nagano und Daini in Tokio. Suwa entwickelte Grand Seiko, Daini die King Seiko. In der Quarzära setzte sich dieser Wettbewerb fort: Beide Werke entwickelten eigene Quarzkaliber, und die Type-II-Reihe umfasste Werke aus beiden Häusern.
Das Kaliber 4623
- Analoges Quarzwerk mit Tag- und Datumsanzeige
- Schnellverstellung für Tag und Datum
- Zweisprachige Tagesscheibe, Japanisch und Englisch
- Gefertigt von Daini Seikosha
Die zweisprachige Tagesscheibe folgt der japanischen Kalenderkonvention: Sonntag in Rot, Samstag in Blau. Auf dem Foto steht der Sonntag in Rot – ein Detail, das es an europäischen Uhren nicht gibt.
Eine Besonderheit auf der Rückseite: Der Gehäuseboden trägt eine eigene, eingeschraubte Batterieluke mit Pfeilmarkierung und der Aufschrift „OPEN". Der Batteriewechsel erfolgt also ohne Öffnen des gesamten Bodens – die Dichtung des Hauptbodens bleibt unberührt. Seiko verwendete diese Konstruktion bei einem Teil der frühen Quarzuhren; heute baut sie niemand mehr.
Zifferblatt und Gehäuse
Das Zifferblatt ist das Herzstück dieser Uhr. Es trägt eine feine senkrechte Streifung und einen Farbverlauf, der von einem hellen, fast silbrigen Grün in der Mitte nach außen in ein tiefes Flaschengrün übergeht. Je nach Licht wirkt die Fläche silbern, moosgrün oder fast schwarz.
Die Stundenmarkierungen sind applizierte Batons, deren Oberseite in Gold und deren Flanken in Weiß ausgeführt sind – ein Zweifarbeffekt, der bei jedem Lichtwechsel umschlägt. Dazu goldfarbene, längs geriffelte Zeiger und ein schlanker Sekundenzeiger.
Beschriftet ist das Blatt mit SEIKO / QUARTZ oben sowie dem Daini-Emblem, TYPE II und dem Blitzzeichen unten. Das Kalenderfenster bei drei Uhr ist von einem goldenen Rahmen eingefasst.
Das Edelstahlgehäuse zeigt die kantige, flächig geschnittene Formensprache der späten 1970er-Jahre: gebürstete Oberseiten, polierte Flanken, breit auslaufende Bandanstöße. Mit 36,6 mm Durchmesser bei 41,4 mm Horn zu Horn ist es klassisch proportioniert.
Montiert ist das originale Seiko-Stahlarmband mit der gegliederten Machart und einem (seltenen) Strech-Endglied, welches der Uhr einen besonderen Tragekomfort verleiht.
Zustand
Funktionsfähig; Zeitanzeige sowie die Schnellverstellung für Tag und Datum arbeiten einwandfrei. Die Uhr wurde im Frühjahr/Sommer 2026 in Japan von einem Uhrmacher komplett durchgesehen, gereinigt und überprüft und mit einer neuen Batterie versehen.
Das Zifferblatt ist gut erhalten: Der Farbverlauf ist gleichmäßig, die senkrechte Streifung über die gesamte Fläche intakt, die applizierten Indizes sitzen fest und sind ohne Korrosion. Die Beschriftung ist vollständig und scharf. Im unteren Bereich sind bei genauem Hinsehen vereinzelte kleine Punkte erkennbar, die im Tragen nicht auffallen.
Das Edelstahlgehäuse zeigt altersgerechte Tragespuren; die Flächenübergänge sind erhalten. Der Gehäuseboden weist feine Kratzer auf, sämtliche Prägungen – Referenz 4623-8030, Seriennummer, Daini-Blitz – sind vollständig und klar lesbar. Das Glas ist klar.
Das Originalarmband zeigt Gebrauchsspuren an den Gliedkanten, ist aber vollständig und funktionsfähig.
Technische Daten
- Marke / Linie: Seiko, Quartz Type II
- Referenz: 4623-8030
- Seriennummer: 714973
- Produktionsdatum: Januar 1977
- Werk: Seiko Kaliber 4623, analoges Quarzwerk
- Hersteller: Daini Seikosha, Japan
- Funktionen: Stunden, Minuten, Sekunden, Tag und Datum mit Schnellverstellung, Tagesscheibe zweisprachig (Japanisch/Englisch)
- Gehäuse: Edelstahl, Boden mit separater Batterieluke
- Durchmesser (ohne Krone): 36,6 mm
- Höhe: 13,1 mm
- Lug-to-Lug: 41,4 mm
- Bandanstoßbreite: 19 mm
- Gewicht (inkl. Band): 81 g
- Band: originales Seiko-Stahlarmband
- Glas: Mineralglas
Für wen
Für alle, die ein Zifferblatt suchen, das im Licht arbeitet. Die Kombination aus senkrechter Streifung, Farbverlauf und zweifarbigen Indizes ergibt einen Effekt, den man in dieser Form nur in den 1970er-Jahren gebaut hat.
Für den Einstieg in die japanische Uhrensammlung. Eine originale JDM-Seiko mit Kanji-Tagesscheibe, Daini-Zeichen und Originalarmband, die läuft und nichts verlangt.
Und für Sammler, die die Quarzära ernst nehmen. Type II ist nicht die Uhr, mit der Seiko die Quarztechnik erfand – es ist die Uhr, mit der Seiko sie in den Alltag brachte. Das ist historisch der interessantere Vorgang.
Gewährleistung (gebraucht)
Es handelt sich um einen gebrauchten Artikel. Die Verjährungsfrist für Mängelansprüche (gesetzliche Gewährleistung) beträgt 12 Monate ab Lieferung.
Hinweis
Da es sich um eine Vintage-Uhr handelt, kann keine Wasserdichtigkeit zugesichert werden. Um das Uhrwerk zu schützen, sollte die Uhr nicht mit Wasser oder Feuchtigkeit in Berührung kommen.
Gesetzliche Gewährleistung:
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