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Seiko Seikomatic Weekdater – Ref. 6206-8130 – Kaliber 6206B, Automatik, Suwa Seikosha – Juni 1966 – frisch revidiert

Seiko Seikomatic Weekdater – Ref. 6206-8130 – Kaliber 6206B, Automatik, Suwa Seikosha – Juni 1966 – frisch revidiert

Die Krone sitzt bei vier Uhr, versenkt in die Gehäuseflanke. Am Handgelenk spürt man sie nicht mehr. Ein Detail, das die Seikomatic-Reihe unverwechselbar macht – und das nur dort Sinn ergibt, wo es nichts zu drehen gibt.

Denn diese Uhr hat keinen Handaufzug. Das Kaliber 6206 zieht sich ausschließlich über die Bewegung des Trägers auf. Genau das war Mitte der 1960er-Jahre der Punkt: eine Uhr, die man morgens anlegt, die Wochentag und Datum anzeigt und die man nie wieder anfassen muss.

Der Weekdater und der japanische Büroalltag der 1960er-Jahre

„Weekdater" nannte Seiko die Ausführungen der Seikomatic mit ausgeschriebenem Wochentag zusätzlich zum Datum. Was heute selbstverständlich wirkt, war damals ein Statussymbol: Wer im japanischen Geschäftsleben der mittleren 1960er-Jahre eine Uhr trug, die Tag und Datum anzeigte und sich selbst aufzog, hatte sichtbar Geld ausgegeben.

Die Seikomatic-Linie war Seikos Automatik-Flaggschiff jener Jahre und richtete sich ausdrücklich an den „modernen Geschäftsmann". Sie stand oberhalb der Sportsmatic- und Seiko-5-Reihen und unterhalb von King Seiko und Grand Seiko – mit dem Unterschied, dass Grand Seiko damals noch keine Automatik im Programm hatte.

Das Kaliber 6206B – und was daraus wurde

Das Kaliber 6206 erschien im Mai 1964 als Nachfolger des Kalibers 400, eines Automatikwerks mit 33 Steinen. Seiko vereinfachte die Konstruktion bewusst auf 26 Steine, um sie in größerer Stückzahl und zu vertretbaren Kosten fertigen zu können. Das Ergebnis wurde zu einem der meistgebauten Seiko-Werke des Jahrzehnts.

Technisch bietet es:

  • Automatikaufzug ohne Handaufzugsmöglichkeit
  • 26 Lagersteine, vergoldetes Werk
  • 18.000 Halbschwingungen pro Stunde
  • Diashock-Stoßsicherung – Seikos eigene, 1956 eingeführte Unruhlagerung
  • Wochentag und Datum, beide mit applizierten polierten Fensterrahmen

Der eigentliche Punkt liegt aber woanders: Aus dieser 62er-Werkfamilie ging das erste automatische Grand Seiko hervor, das 62GS von 1967. Die Seikomatic ist damit keine Nebenlinie, sondern die Serienplattform, auf der Seiko die Automatiktechnik entwickelte, die anschließend in die Spitzenlinie wanderte. Wer ein 6206 in der Hand hält, hält den unmittelbaren Vorläufer des ersten automatischen Grand Seiko.

Zifferblatt und Gehäuse

Das silberne Zifferblatt trägt einen feinen Sonnenschliff, der von der Mitte nach außen läuft. Die Stundenmarkierungen sind applizierte, mehrfach facettierte Batons mit polierten Flanken und satinierter Oberseite – bei 12 Uhr als Doppelindex ausgeführt. Dazu breite, gebläut wirkende Dauphine-Zeiger und eine schlanke Zentralsekunde.

Beide Kalenderfenster sind mit applizierten, polierten Metallrahmen eingefasst: das Datum bei drei Uhr, der ausgeschriebene Wochentag oberhalb der Sechs. Diese Anordnung – Tag unten mittig statt neben dem Datum – ist das optische Erkennungszeichen des Weekdater und gibt dem Zifferblatt eine Symmetrie, die die übliche 3-Uhr-Doppelanzeige nicht hat.

Umlaufend sitzt ein leicht erhöhter, satinierter Reifen mit feiner Minuterie. Weil die Lünette sehr schmal ausfällt, wirkt die Uhr fast vollständig aus Zifferblatt zu bestehen.

Das Edelstahlgehäuse hat kantig abgesetzte, nach unten gezogene Bandanstöße und eine polierte, leicht gewölbte Lünette. Mit 36,7 mm Durchmesser bei 43,9 mm Horn zu Horn trägt es sich zurückhaltend, aber nicht klein.

Der Delfin auf dem Boden

Der Gehäuseboden trägt die geprägte Umschrift „SEIKO WATER PROOF" um einen springenden Delfin. Seiko verwendete dieses Zeichen in den 1960er-Jahren zur Kennzeichnung wasserdicht konstruierter Gehäuse – es ist heute ein gesuchtes Detail, weil der Boden bei vielen Exemplaren im Laufe der Jahrzehnte ausgetauscht oder blank poliert wurde. Hier ist die Prägung vollständig und scharf erhalten, ebenso die Referenz 6206-8130 und die Seriennummer 6615004.

Ungeachtet dieser historischen Kennzeichnung gilt der Hinweis am Ende dieser Beschreibung: Bei einer sechzig Jahre alten Uhr kann Wasserdichtigkeit nicht zugesichert werden.

Zustand

Technisch einwandfrei. Die Uhr wurde im Frühjahr/Sommer 2026 in Japan von einem Uhrmacher fachgerecht revidiert – vollständig zerlegt, gereinigt, geölt und reguliert. Automatikaufzug, Datums- und Wochentagsschaltung arbeiten einwandfrei.

Das Zifferblatt ist außergewöhnlich gut erhalten: gleichmäßiger Sonnenschliff ohne Flecken oder Verfärbungen, Beschriftung vollständig, applizierte Indizes und Fensterrahmen ohne Korrosion. Bei über sechzig Jahren und einem Gehäuse, das in dieser Zeit mehrfach geöffnet worden sein dürfte, ist das nicht selbstverständlich.

Das Gehäuse zeigt leichte, altersgerechte Tragespuren; die Kanten sind erhalten, die Uhr wirkt nicht überpoliert. Der Boden weist feine Kratzer vom Öffnen auf, die Delfin-Prägung ist davon nicht betroffen. Das Glas ist klar.

Montiert ist ein neues schwarzes Lederarmband mit genarbter Oberfläche.

Zur Bedienung

Das Kaliber 6206 lässt sich nicht von Hand aufziehen. Liegt die Uhr länger, startet man sie durch leichtes Schwenken; nach etwa dreißig Sekunden läuft sie an. Der Wochentag schaltet ohne Schnellverstellung durch – zum Einstellen dreht man die Zeiger über Mitternacht. Die Kalenderumschaltung sollte, wie bei allen Seiko-Werken dieser Bauart, nicht zwischen etwa 21 und 3 Uhr vorgenommen werden, da dann der Schaltmechanismus bereits im Eingriff steht.

Technische Daten

  • Marke / Linie: Seiko, Seikomatic (Weekdater)
  • Referenz: 6206-8130
  • Seriennummer: 6615004
  • Produktionsdatum: Juni 1966
  • Werk: Seiko Kaliber 6206B, Automatik ohne Handaufzug, 26 Steine, 18.000 A/h, Diashock
  • Hersteller: Suwa Seikosha, Japan
  • Funktionen: Stunden, Minuten, Zentralsekunde, Datum, Wochentag
  • Gehäuse: Edelstahl, Boden mit Delfin-Prägung, versenkte Krone bei vier Uhr
  • Durchmesser (ohne Krone): 36,7 mm
  • Höhe: 11,9 mm
  • Lug-to-Lug: 43,9 mm
  • Bandanstoßbreite: 19 mm
  • Gewicht (inkl. Band): 55 g
  • Band: neues schwarzes Lederarmband
  • Glas: Acrylglas
  • Revision: Frühjahr/Sommer 2026, Japan – vollständige Zerlegung, Reinigung, Ölung, Regulierung

Für wen

Für Sammler, die die Grand-Seiko-Linie vollständig verstehen wollen – das 6206 ist die Werkfamilie, aus der die erste automatische Grand Seiko hervorging, und kostet einen Bruchteil davon. Für alle, die eine Alltagsuhr mit Wochentag und Datum suchen, die ohne Batterie und ohne tägliches Aufziehen auskommt. Und für Freunde des mittleren 1960er-Jahre-Designs: applizierte Indizes, schmale Lünette, versenkte Krone, symmetrisch gesetzte Kalenderfenster – eine Gestaltung, die man heute so nicht mehr baut.

Gewährleistung (gebraucht)
Es handelt sich um einen gebrauchten Artikel. Die Verjährungsfrist für Mängelansprüche (gesetzliche Gewährleistung) beträgt 12 Monate ab Lieferung.

Hinweis
Da es sich um eine Vintage-Uhr handelt, kann keine Wasserdichtigkeit zugesichert werden. Um das Uhrwerk zu schützen, sollte die Uhr nicht mit Wasser oder Feuchtigkeit in Berührung kommen. 

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